Kartenspiel-Apps für jeden Geschmack: Casual, CCG, Deck Building

Neben den oft komplexeren Brettspiel-Umsetzungen eignen sich iPad und Co. auch hervorragend für die ein oder andere schnelle Partie eines Kartenspiels. Im Folgenden einige der Highlights in ihrer jeweiligen Kategorie.

Casual

Viele Kartenspiele sind relativ simpel und vor allem für eine schnelle Runde Spaß zwischendurch geeignet. Das passt natürlich auch hervorragend zum App-Markt und lässt sich gerade auch auf iPhone oder iPod Touch immer mal einschieben. Hier einige der herausragenden sogenannten „Casua“-Kartenspiele, die auch eine großartige App-Umsetzung spendiert bekommen haben:

  • Bohnanza

    Das Frühwerk um das Anpflanzen und Ernten von allerlei seltsamer Bohnen vom legendären Designer Uwe Rosenberg (u.a. Agricola, Le Havre) lebt vor allem von den Verhandlungen über den Bohnentausch mit den anderen Spielern. Dieser wurde in der iOS-Version hervorragend implementiert: Einfach wählen, welche Bohnen man abgeben und im Gegenzug bekommen möchte und schon erhält man mehr oder minder passende Angebote. Übrigens funktioniert das auch gegen die KI-Gegner, die fleißig mithandeln und das stark den sozialen Faktor betonende Spiel auch Solo zu einer erstaunlich spaßigen Angelegenheit macht.
    Neben der universellen Variante gibt es übrigens auch eine spezielle HD-Version für das iPad.
  • Food Fight

    Wie alle App von Playdek (Ascension, Can’t Stop, Nightfall, Summoner Wars) ist auch Food Fight eine auf Hochglanz polierte Umsetzung des humorigen und sehr einfachen Kartenspiels, in dem sich Frühstück, Mittag- und Abendessen um Siegpunkte bekriegen. Dabei ist natürlich viel Zufall im Spiel, aber auch jede Menge unbeschwerter Spaß, den man auch ohne große Aufmerksamkeit investieren zu müssen, haben kann.
  • Lost Cities

    Lost Cities ist eines von Reiner Knizias bekanntesten Spielen. In dem 2-Spieler-Kartenspiel geht es offiziell um die Investition in Expeditionen und das erfolgreiche Durchführen dieser. Im Grunde versuchen die Spieler jedoch einfach Kartenreihen von 2 bis 10 zu legen. Allerdings ziehen beide Spieler vom gleichen Deck und es gibt jede Zahl nur ein einzige mal pro Farbe. Daraus ergeben sich interessante Entscheidungen und Abwägungen zwischen dem Warten auf mögliche bessere Karten oder doch lieber dem sofortigen Spielen, bevor die Züge am Ende davonlaufen. Die App-Umsetzung könnte besser kaum sein und bietet verschiedenste Multiplayer sowie KI-Optionen inklusive diverser sammelbarer Achievements.

In Kürze dürfen sich Genrefreunde übrigens auch auf eine Umsetzung von Looney Labs Fluxx – wohl dem Casual-Kartenspiel überhaupt – aus dem Hause Playdek freuen.

Collectible

Die Sammelkartenspiele (oder auch Collectible Card Games, CCGs) sind dabei, den digitalen Markt zu erobern. Wer früher ein Magic-Boosterpack im Laden gekauft hat, kauft heute zufällig ausgewürfelte virtuelle Kopien der Karten. Im Folgenden die beiden aktuell populärsten Vertreter des Genres sowie eine Alternative für den kleineren Geldbeutel:

  • Magic The Gathering ~ Duels Of The Planeswalkers

    Der Übervater aller CCGs erscheint bereits seit einer Weile jährlich für PC und Konsolen in der abgespeckten Variante Duels Of The Planeswalkers. Hier dürfen nur eingeschränkt Decks selbst zusammengestellt werden. Stattdessen wird mit größtenteils vorgefertigten Decks gegen andere Magier – mit entsprechend anderen Decks – angetreten. Gerade für Einsteiger dürfte dies jedoch die wesentlich attraktivere Lösung sein, als irgendwie zu versuchen, bei den zigtausenden Karten, die es mittlerweile für das Originalspiel gibt, durchzusehen. In diesem Jahr erschien Magic auch erstmals für das iPad und stellt eine der ansprechendsten Kartenspiel-Umsetzungen überhaupt dar. Kostenlos gibt es ein erstes Deck zum Reinschnuppern. Wer mehr möchte, bezahlt per In-App-Kauf knapp einen Euro pro neuem Deck.
  • Shadow Era

    Seit kurzer Zeit schickt sich Shadow Era an, den CCG-Markt im Sturm zu erobern. Das prinzipiell kostenlose Spiel – das über In-App-Käufe von Kristallen, mit denen dann wiederum neue Karten-Pakete erworben werden können – erfreut sich größter Beliebtheit und hat Fans und Kritiker neben dem interessanten Deck-Aufbau, der hier wirklich sehr unterschiedliche taktische Möglichkeiten bietet, auch mit einer sehr soliden Spielmechanik überzeugt. Letztere ist – wie könnte es anders sein – natürlich zum Teil an das große Vorbild Magic angelehnt. Wie für alle Free-To-Play-Spiele gilt auch hier: Reinschauen schadet nicht!
  • Spectromancer

    Wem CCGs prinzipiell bzw. mechanisch zusagen, aber aufgrund des Quasi-Zwangs zum Kauf immer wieder neuer Karten übel aufstoßen, der könnte mit Spectromancer glücklich werden. Auch hier gilt es, Decks mit mächtigen Kombinationen zu konstruieren und anschließend im taktischen Kampf Magier gegen Magier zu bestehen. Allerdings bekommt man mit dem Kauf des Spiels – und wahlweiser zweier Expansions – Zugang zu allen Karten, die im Spiel enthalten sind. Das Nachkaufen entfällt also komplett. Am Design beteiligt ist übrigens auch Magic-Erfinder Richard Garfield.

Deck Building

Seit dem Erscheinen von Dominion, dem wohl populärsten Vertreter der Brett- und Kartenspiele der letzten Jahre, ist „Deck Building“ in aller Munde: Hier werden Kartendecks nicht wie bei den CCGs im Vorhinein zusammengestellt, sondern während einer jeden Partie langsam aufgebaut, um so immer mächtigere Karten-Kombinationen auszuspielen. Einige der bekanntesten Vertreter des Genres haben es auch auf iOS geschafft:

  • Ascension

    Eines der ersten und bis heute das wohl beste Deck-Building-Erlebnis auf iOS ist Ascension von Playdek. Im Gegensatz zu Dominion werden hier keine Karten festgelegt, die im Verlauf einer Partie gekauft werden können, sondern es werden immer neue aus einem einzigen großen Deck gezogen. Dadurch ergibt sich ein ungleich dynamischeres und schnelleres, wenn zum Teil vielleicht auch etwas glückabhängigeres, Spielgefühl. Die App-Umsetzung ist sowohl in Sachen Interface als auch Optionsvielfalt makellos und stellt noch immer eine Messlatte für Kartenspiele aller Art dar. Übrigens gibt es auch sämtliche verfügbaren Erweiterungen des Spiels als In-App-Käufe. Die bald erscheinende vierte Expansion ist ebenfalls schon fest eingeplant.
  • Nightfall

    Die Vampire-gegen-Werwölfe-Thematik mag mittlerweile übermäßig ausgetreten sein, wird in Nightfall aber definitiv äußerst stilvoll und angenehm düster umgesetzt. Zwar lenkt die sehr abstrakte Mechanik (Stichwort: Farbreihen) etwas von der Atmosphäre ab, aber dennoch zählt das Spiel zu den besseren Vertretern des Genres und bietet mit den direkten Spieler-gegen-Spieler-Kämpfen ein Element, das man sonst eher aus CCGs kennt. Die App von Playdek ist natürlich wieder sehr gelungen und lässt kaum Wünsche offen. Eine erste Expansion ist bereits als In-App-Kauf implementiert und weitere sollen folgen.
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