Was ist eigentlich „The Binding of Isaac“?

Man stelle sich Folgendes vor: Ein relativ erfolgreicher Indieentwickler, der hauptsächlich mit einem Jump-and-Run bekannt wurde, möchte zwischendurch mal auf eigene Faust – weitgehend ohne die Unterstützung seiner Teamkollegen – ein neues Spiel kreieren. Dieses soll gleichzeitig Action, Adventure, Roguelike, RPG, Shoot-Em-Up und Zelda(!) sein, einen gigantischen Wiederspielwert besitzen und bei jedem Start etwas Neues bieten. Ein Unterfangen, das zum Scheitern verurteilt ist. Das könnte man meinen. Nicht jedoch im Falle von Edmund McMillens The Binding of Isaac. Der Kopf von Team Meat und damit dem Überraschungshit Super Meat Boy hat erneut einen kleinen Geniestreich für zwischendurch (oder auch mal länger) in Sachen Gamedesign, Spaß- und Suchtfaktor abgeliefert.

Tatsächlich hält das Spiel, was es verspricht. Als – zumindest zu Beginn eines Spiels – relativ hilfloser kleiner Junge auf der Flucht vor seiner fanatisch religiösen Mutter ballert ihr mit euren Tränen um euch und findet in zufällig angeordneten Räumen mit zufällig hineingeworfenen Gegnern diverse skurrile (natürlich auch zufällig platzierte) Items, die euch Stärker machen. Dieses recht simples Grundprinzip zieht sich durch das ganze Spiel. Sinn der Sache: Alle sechs Ebenen – jeweils mit Bossgegner – überleben.

Dinge wie die gewaltige Zufallsbasiertheit, Permadeath und auch den Wiederspielwert (es geht hier nicht ums lineare Durchspielen!) borgt sich das Spiel von den Roguelikes. Die Kämpfe spielen sich wie ein klassisches Shoot-Em-Up (ununterbrochen schießen und zugleich Gegnern bzw. deren Geschossen ausweichen) mit Bomberman-Elementen (zumindest wenn man gerade Bomben besitzt). Den Entdeckerdrang und die Power-Up-Items (die unseren kleinen Isaac übrigens auch immer wahnsinniger bzw. stärker aussehen lassen desto weiter er kommt) kennt man aus Zelda. Diese seltsam anmutende Kombination von Spielelementen werden in ein total abgedrehte düsteres Setting voller Blut, Schleim und Tränen gesteckt und mit haufenweisen humoristischen Anspielungen auf Videospiel-Klassiker garniert. Fertig ist „The Binding of Isaac“.

Wenn man das ganze dann noch auf Steam für weniger als 5 € anbietet, hat man einen weiteren kleinen Indie-Hit. So „einfach“ kann das gehen. Geniestreich eben.
Allen, die sich jetzt dafür interessieren, wie das Ganze denn nun genau aussieht bzw. abläuft, seien folgende Links ans Herz gelegt.

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3 Responses to Was ist eigentlich „The Binding of Isaac“?

  1. Rattatui sagt:

    wegen der Atmosphäre ist dieses Spiel eigentlich ein Pflichtspiel für mich. Allerdings finde ich immer noch, dass es unglaublich nervig und frustierend aussieht.. aber für 5 € werde ich es wohl mal ausprobieren. Schon wegen der Atmosphäre und der Musik..

    • Rattatui sagt:

      So gekauft und gespielt. Von der Atmosphäre her wirklich toll. Hat mich sogar wirklich beeindruckt.
      Das Spiel selbst macht zum einen Spaß, zum andern ist es aber, wie schon gedacht, dann doch manchmal etwas frustierend.

      Aber dieser Soundtrack… woah. Den kauf ich jetzt auch noch. ^^

      • Nachtfischer sagt:

        Freut mich, dass es dir gefällt! 😀
        An einigen Stellen kann es – bedingt durch die vielen Zufallsfaktoren – natürlich ein wenig unfair werden. Da findet man einfach ewig keine Herzen mehr, muss aber zig schwierige Räume überstehen und dann noch den Boss… aber da es ja sowieso zum immer erneuten Spielen gedacht ist, ist das auch nicht sooo schlimm. Außerdem kommen laut Entwickler ja auch neue Items hinzu, wenn man oft stirbt bzw. auch wenn man eine Weile sehr gut spielt. Bisher habe ich auch wirklich kaum Items doppelt gefunden und treffe auch immer wieder auf neue Gegner, selbst in den ersten beiden Ebenen. Für so ein „kleines“ Spiel steckt schon eine Menge drin! 🙂

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