Diablo 3: Gespaltene Reaktionen? Nicht wirklich…

Schaut man sich die Metacritic-Seite des Spiels an, könnte man auf die Idee kommen, dass Diablo 3 das umstrittenste Spiel aller Zeiten ist – allerdings nur in Sachen User-Reviews. Hier stehen aktuell 877 positive Meinungen 1380 negativen gegenüber. Letztere bestehen allerdings gefühlt zu mindestens zwei Dritteln aus Anti-DRM-Parolen. Bekanntermaßen kommt der „Always-Online“-Zwang, den Blizzard allen Spielern des Hack-and-Slay-Blockbusters auferlegt, nicht sonderlich gut an. Nahezu alle, die das Spiel aber tatsächlich gespielt haben, kommen nicht umhin, ihm einige Qualität zuzugestehen. Die „professionellen“ Kritiker hingegen sind sich scheinbar einig: 100% positve Reviews. Im Folgenden einige Meinungen und mein Senf dazu.

Diablo III still is the benchmark of modern hack’n slash games we were praying to get, thanks to incredible production values, polish, sound work and content. (Gameblog.fr)

You may think you know Diablo, but you don’t know it with this level of polish, from the clean brilliance of interlocking skills and classes to the sheer amount of chaos the game’s comfortable with conjuring in its later dungeons. It’s a testament to what money and confidence (Blizzard’s own equivalent of mana and health) can do. (Edge Magazine)

Absolute Zustimmung! Der Hochglanz des Spiels, in den wohl ein Großteil der letzten Entwicklungsjahre geflossen ist, wird an allen Ecken und Enden deutlich. Die Grafik ist natürlich nicht überirdisch und man hat sicher rein optisch schon besseres gesehen. In Sachen Stilsicherheit allerdings macht niemand Blizzard etwas vor. Alles passt perfekt zusammen: Von Charakter- und Monstermodellen über sämtliche Areale und Gewölbe bis hin zu den Menüs. Details so weit das Auge reicht, gigantisch inszenierte Gefechte – ständige fliegen physikalisch korrekt Gerümpel, Monster oder Körperteile durch die Gegend – und eine wunderbar stimmungsvolle Sound- und Musikwand. Sogar die deutsche Sprachausgabe ist enorm hochwertig. Hier werden schlicht und ergreifend Maßstäbe gesetzt.

Where Diablo II encouraged careful planning and forethought, Diablo III encourages experimentation and fun. And hey, if you’re not down with that, Torchlight II is right around the corner. (RPGamer)

Wer die Vorgänger gespielt hat, weiß: Wirklich spannend wird die Monsterjagd erst auf »Hölle«, wenn die teuflischen Heerscharen tatsächlich individuelle Taktiken erfordern. Und, im Idealfall, fähige Koop-Mitstreiter, die selbst im dichtesten Getümmel noch wissen, welche Fähigkeit sich am besten eignet, wenn dieses oder jenes aus der Lavagrube kriecht. Dann entfaltet das Talentsystem endlich auch den Tiefgang, den es entfalten soll. Ich muss überlegen, welche Talenten und Runen ich wogegen einsetze. Schlecht ist die Charakterentwicklung also keineswegs. (Michael Graf, Gamestar)

Spätestens ab der zweiten Spielhälfte im Alptraum-Schwierigkeitsgrad (Normal ist im Grunde durchgehend ein spaßiges Tutorial) wird es richtig interessant in Sachen Skills. Ständig grübelt man, welche Skills in welchen Runenvarianten man am besten zusammenstellt, um mit den neuen Herausforderungen klarzukommen. Und natürlich, um den Charakter auf den eigenen Spielstil perfekt zuzuschneiden. Die Abkehr von den aus Diablo 2 bekannten Skillbäumen ist eine Wohltat und sorgt für einen gehörigen Spaßschub. Genauso übrigens die Tatsache, dass Edelsteine nun beliebig in gesockelte Items ein- und ausgebaut werden können. Im Vorgänger traute man sich ja nie, irgendetwas einzusetzen, denn es hätte ja immer noch etwas Besseres kommen können (es sei denn man gehörte zur Hardcore-Min-Max-Fraktion, dann wusste man natürlich, was das beste war, dann allerdings war alles andere sowieso nur mehr oder minder Schrott). Überhaupt ist wie in meinen Betaeindrücken schon geschildert jedes Spielelement auf puren Spaß getrimmt. Man hat sich bei Blizzard wirklich hinterfragt und jeden Part des Spiels auf Sinn- und Spaßgehalt überprüft.

Erneut beweisen die Kalifornier, dass sie die Meister darin sind, perfekten Spielfluss zu erzeugen. (Daniel Matschijewsky, Gamestar)

Ebenfalls schon nach der Beta vermutet, kann man dies nur bestätigen. Zumindest über die ersten beiden Schwierigkeitsgrade (es liegt nahe, dass es sich auch danach nicht ändern wird) schafft es Blizzard, die Motivation beim Spieler konstant extrem hoch zu halten. Die Hatz nach immer besseren Gegenständen, Juwelen, Gold und der fortwährende Ausbau der Crafting-Möglichkeiten durch Schmied und Juwelier spielen perfekt zusammen und entfalten eine beinahe angsteinflößende Suchtspirale.

Ich gestehe, ich habe mich lediglich in den Diablo-3-Testerkanon eingereiht, um das Spiel am Ende argumentativ gefestigt blöd finden zu können. »Blizzard eben«, dachte ich, »immer der gleiche Schmu und keinerlei Traute, mal was komplett Neues anzugehen. Das kann man doch nur doof finden.« Tja, wie das mit Plänen mitunter so ist … meiner ging jedenfalls nicht auf.

[…] Ein schneller Waffenwechsel mit daran gekoppeltem Skillset-Wechsel. Dann bin ich mit Diablo 3 im Himmel. (Petra Schmitz, Gamestar)

Arme Petra. Und eine weitere Meinung zur Untermauerung des ersten Absatzes dieses Artikels. Den Wunsch nach schnellem Waffen- und vor allem Skillwechseln unterstütze ich im übrigen auch, allerdings widerspricht das auch dem Ansatz Blizzards, dass Spieler sich ihrem Build gegenüber bestenfalls „totally commited“ verhalten sollen und nicht ständig hin- und herwechseln.

A beauty to enjoy with friends and a great experience. (Gamereactor Denmark)

Der Multiplayer ist natürlich wieder das Glanzstück von Diablo 3. Es macht riesigen Spaß, mit verschiedenen Klassen zusammenzuarbeiten und charakterübergreifende Skillkombinationen perfekt auszunutzen. Nuff said.

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One Response to Diablo 3: Gespaltene Reaktionen? Nicht wirklich…

  1. Rattatui sagt:

    Haha, ja. Das mit den Kritiken kann ich absolut unterschreiben. Die Kritiken auf Amazon fallen ähnlich aus. Es sind auch durchaus gut argumentierte Negativrezensionen darunter. Will ich gar nicht abstreiten. Vielleicht etwas hysterisch, aber immerhin mehr als nur „konnte mich nicht einloggen, 1 Stern!!!1“
    Aber der Großteil besteht entweder
    a) aus Kritiken, die anscheinend noch in der Nacht des Erscheinens geschrieben wurden, weil sie sich nicht einloggen konnten.
    b) aus Kritiken die sogar VOR Erscheinen des Spiels kamen und die eben geschimpft haben, dass die Internetverbindung vorausgesetzt wird.
    oder c) halt Leuten die wahrscheinlich bei jeder Änderung zu Diablo 2 zusammenzucken.

    Es gibt Dinge, die man kritisieren kann. Zum Beispiel, dass man eine Internetverbindung voraussetzt und dann anscheinend nicht genügend auf den Ansturm vorbereitet war. Genauso finde ich, dass der Preis von über 50 € für die Download-Version eines Spiels etwas deftig ist. Die Idee des Echtgeld-Shops finde ich auch nicht so dolle.
    Was ich selbst noch sehen muss, ist ob die Welt wirklich so viel kleiner ist, als bei Diablo 2. Das wär natürlich schade, aber wird höchstwahrscheinlich bald mit (kostenpflichtigen) DLCs ausgebaut. Vielleicht uncool, aber so ist die Realität heute leider. Und ich hab bei Batman Arkham City mir ja auch Robyn und Nightwing dazugekauft… ^^

    Aber es macht mir bisher verdammt viel Spaß. Weiß gar nicht, wen ich jetzt erstmal groß ausbauen soll. Barbar oder Mönch. Beide machen riesen Spaß, nachdem ich anfangs vom Barbar etwas enttäuscht war.
    Die Sprachausgabe ist gut, jep. Allerdings geht mir der Paladin sowas von auf die Nerven. Habe ihn inzwischen rausgeworfen. 😀

    Interessant auch, dass mich fast alle „Helden“ ansprechen. Nagut, bis auf den Froschbeschwörer da. Aber sonst will ich die alle irgendwann mal ausprobieren. ^^

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