“Free-To-Play” ohne Abstriche?

November 1, 2013
itsfree

Ist “Free-To-Play” der grĂ¶ĂŸte Euphemismus der Spielegeschichte?

“Free-To-Play”-Spiele (F2P) scheinen auf den ersten Blick der Alptraum eines jeden ernsthaften Spielers zu sein: Fortschritt soll durch das kontinuierliche Zahlen harter Euros fĂŒr virtuelle VerbrauchsgĂŒter erzielt werden. Die eigentliche Interaktion mit dem System spielt nur noch am Rande eine Rolle. Jegliche kompetitive Komponenten entsprechen scheinbar zwangslĂ€ufig dem “Pay-To-Win”-Konzept. Dass und wie es auch anders geht, soll im Folgenden anhand zweier erfolgreicher Beispiele aufgezeigt werden: Path of Exile und Die Verdammten. Beide eröffnen sich durch ihr spezifisches Design Möglichkeiten der F2P-Monetarisierung, die sich zunĂ€chst nicht anhand der ĂŒblichen Probleme des Modells kritisieren lassen. Ob der F2P-Ansatz und seine Implikationen fĂŒr das Game-Design deshalb gĂ€nzlich “freizusprechen” sind, ist jedoch eine andere Frage.

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Path of Exile: Free-to-Play-Revolution?

January 23, 2013

Seit wenigen Minuten ist Path of Exile in der offenen Betaphase angekommen und schickt sich an, den Action-RPG-Thron, den sich momentan Diablo 3 (Verkaufsschlager) und Torchlight 2 (Sieger der Herzen) teilen, im Sturm zu erobern. Warum? Das Spiel nimmt sich selbst sehr ernst und scheut nicht davor zurĂŒck, den Spieler vor schwierige Entscheidungen und offenkundig nach außen getragene KomplexitĂ€t zu stellen. Ein erfrischender Unterschied zu den oft ĂŒbersimplifizierten und auf bunte Knalleffekte ausgelegten Konkurrenten. Das DebĂŒt von Grinding Gear Games versteht sich als Spiel von (Action-RPG-)Fans fĂŒr Fans.

Doch es gibt noch einen weiteren guten Grund, warum Path of Exile vermutlich Ă€ußerst erfolgreich laufen wird: Es ist Free-to-Play, jedoch keinesfalls Pay-to-Win! Es ist komplett kostenlos zu spielen und es können – im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen F2P-Titeln – keine Dinge erworben werden, die dem KĂ€ufer bzw. einem seiner Charaktere einen spielerischen Vorteil verschaffen.

Was kann denn  dann erworben werden? Lustige bis coole Pets, die einem – ohne zu kĂ€mpfen – nachlaufen, pompöse Effekte fĂŒr Waffen und RĂŒstungen, alternative Skill-Animationen (z.B. lĂ€sst sich der Standard-Feuerball durch einen fliegenden Drachen ersetzen), TĂ€nze etc. Die sinnvollsten dieser Micro-Transactions stellen wohl noch die zusĂ€tzlichen TruhenplĂ€tze bzw. Premium-Truhen fĂŒr das (organisierte) Lagern von GegenstĂ€nden dar – obwohl man auch hier standardmĂ€ĂŸig mit vieren solcher Slots bedacht wird und auch damit das komplette Spiel gut bestreiten kann. Auch zusĂ€tzliche Charakterslots lassen sich kĂ€uflich erstehen, jedoch sollten 90% aller Spieler mit den 24(!) anfĂ€nglichen auskommen.

Bei all diesem erstmals wahren Free-to-Play stellt sich die Frage, ob die Entwickler denn auf diesem Wege Geld verdienen können. Davon ist jedoch auszugehen. Immerhin haben ca. 200 Leute bereits 1000 $ fĂŒr den Zugang zur geschlossenen Beta bezahlt, obwohl dieser auch fĂŒr 15 $ zu haben war. Aber fĂŒr einen Tausender gab es ein diamantenes Kiwi-Pet (yeah!), allerlei Schnickschnack und ein persönliches Unique-Item im Spiel. Grinding Gear Games setzt ganz auf die QualitĂ€t ihres Spiels, um die Leute zu Fans und damit zu willigen KĂ€ufern von (vor allem) optischem “Bling” zu machen. Ob das funktionieren wird? Ich denke schon. DarĂŒber hinaus keimt mit Path of Exile die Hoffnung auf eine neue Generation von Free-to-Play-Titeln, die viel weniger nach Abzocke (Pay-to-Win eben) aussehen als bisher.

Und hier noch der Open-Beta-Trailer, um die Wartezeit beim Download von den doch recht stark Ă€chzenden Servern zu verkĂŒrzen! 🙂