Bedeutsame Interaktivit├Ąt und Let’s Plays

January 7, 2016

Der YouTube-Channel “Games As Literature” startet mit einer reichlich absurden Frage ins Jahr 2016: Ist Interaktivit├Ąt wirklich wichtig f├╝r Spiele? Schon am blo├čen Unterfangen, die definierende Eigenschaft des Mediums infrage zu stellen, l├Ąsst sich erkennen, dass der Kanal sich ├╝blicherweise stark auf erz├Ąhlende Titel konzentriert. Doch obwohl auch diesmal ausschlie├člich storylastige Spiele wie The Last of Us oder The Walking Dead als Beispiele angef├╝hrt werden, wird bereits nach wenigen Minuten klar, dass sich der Meinungsbeitrag eindeutig pro Interaktivit├Ąt und Gameplay ausspricht.

Seltsam ist es dennoch, dass immer wieder gerade diejenigen Spiele genannt werden, f├╝r deren Ablauf der Spieler kaum eine Rolle spielt. Ein Kampagnendurchlauf von Call of Duty wird f├╝r jeden Spieler exakt gleich sein. Bei The Last of Us mag es kleinere Abweichungen im Vorgehen in den einzelnen Abschnitten geben. Wirklich bedeutsam f├╝r die Gesamterfahrung sind diese jedoch nicht. Und auch wenn The Walking Dead immer wieder mit seinen weitreichenden Story-Entscheidungen prahlt, so sind diese letztlich – zwecks Gew├Ąhrleistung einer vern├╝nftigen und konsistenten Geschichte – weniger Einflussreich als es den Anschein hat und bringen eine Reihe weiterer Probleme mit sich.

In diesen Spielen ist die Interaktivit├Ąt tats├Ąchlich blo├č das “Gimmick”, das sie laut obigem Video nicht sein kann und darf. Sie ist kein “unabdingbarer und einzigartiger Teil der Erfahrung”, sondern trivial bis kaum noch vorhanden. Und genau das ist der Grund, warum viele moderne Videospiele so gut als “Let’s Plays” – und auch dieses Ph├Ąnomen wird im Video angesprochen – funktionieren. Das blo├če Ansehen reicht aus, um einen Gro├čteil des Werkes zu erfassen. Stellenweise, wenn das Gameplay lediglich noch als nerviger St├Ârfaktor zwischen den Storyfortschritten fungiert, wird es die Qualit├Ąt des Gesamtprodukts sogar steigern.

Ein Grund, warum ein Spiel als Let’s-Play-Erfahrung funktionieren kann, besteht also darin, dass es kaum bis wenig Wertigkeit aus seinem Gameplay zieht.

Oder um es mit Warren Spector zu sagen:

If the puppet on the screen is the important thing to you, just go make a movie. […]

The key to the future of gaming lies in moving away from the ways in which we are like other media.


Spiele und Kunst

October 1, 2015

Cover

Weltweit spukt zurzeit ein Gespenst durch die Spielerschaften. Das Gespenst von Spielen, Kunst und deren Beziehung zueinander. Ins Leben gerufen – oder vielmehr wiederbelebt – wurde dieses Unget├╝m von Phil Owens Buch “WTF Is Wrong With Video Games?”. Die Aufmerksamkeit der Community erlangte dieses wiederum durch einen “Artikel” auf Polygon, der sich bei genauerem Hinsehen schlicht als das erste Kapitel besagten Buches und somit Werbema├čnahme entpuppt. Hunderte Kommentare unter dem Beitrag und Diskussionen quer durch alle einschl├Ągigen Foren blieben nat├╝rlich dennoch nicht aus.

Read the rest of this entry »