RTL vs. Gamer: nächste Runde

August 25, 2011

Die Wellen schlagen hoch nach dem skandlösen Beitrag zur Gamescom in der RTL-Sendung “Explosiv”. Nachdem es heute eine Art “Mini-Hack” (ein sog. Exploit wurde ausgenutzt) auf der RTL-Seite gab und zwischenzeitlich durch ein (höchstwahrscheinlich) gefälschtes Droh-Video das Gerücht aufkam, die berüchtigte Gruppierung “Anonymous” habe sich der Sache angenommen und die “Operation RTL” gestartet, hat man beim Sender scheinbar kalte Füße bekommen und sich offiziell für den Beitrag entschuldigt.
Wie man ernsthaft erwarten konnte, dass dieser Beitrag von der betroffenen Gamer-Gemeinde als “lustig” aufgenommen werden würde, bleibt allerdings ein Rätsel. Das Thema wird von der Öffentlichkeit schon oft genug einseitig negativ oder mit Abwesenheit jeglicher Ernsthaftigkeit betrachtet. Nun hätte man die Möglichkeit gehabt, über eine richtig große Veranstaltung (ca. 270000 Besucher), auf der Menschen zusammenkommen, um fröhlich und friedlich ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu frönen, zu berichten. Stattdessen verunglimpft man die gesamte Thematik in einer fünfminütigen Frechheit. Das ist dann wohl auch eine Leistung.

Auch der verantwortliche Redakteur, der in den letzten Tagen durch weitere hirnlose Äußerungen (“[…]Gamescom-Besucher und Computerspieler sind ein humorloser Menschenschlag”, “Ich glaube, die ganzen Daddel-Freaks bei der Gamescom sind direkt aus Wacken hierher gereist. Die sehen so aus. Und riechen so.”) aufgefallen war, entschuldigte sich auf seinem Facebookprofil. Dass er das wohl nicht aufgrund eines plötzlichen Intelligenzzuwachses, sondern durch Druck von der Chefetage getan hat, ist allerdings auch klar.

Programmbeschwerde.de meldete unterdessen, dass mittlerweile 6800 Beschwerden zum Beitrag eingegangen seien und die zuständige Landesmedienanstalt informiert wurde.

Wir bleiben gespannt, wie sich die Geschichte noch entwickelt. Klar ist: RTL hat nicht damit gerechnet, eine derart geschlossene Empörung in der Gaming-Szene – die man scheinbar auch in ihrer Größe unterschätzt hat – hervorzurufen. Derweil noch zwei weitere lesen- bzw. sehenswerte Links zum Thema:


Project Zomboid: Update noch diese Woche!

August 24, 2011

Lange hat es gedauert, sehr lange. Aufgrund diverser Probleme mit Softwarepiraten, externen Faktoren (Distribution etc.) sowie enormem Aufwand, der in die komplette “Modbarkeit” des Spiels gesteckt wurde (besser jedoch zu diesem relativ frühen Zeitpunkt der Entwicklung als später, denn dann hätte es wohl noch viel länger gedauert), verzögerte sich das Update auf Version 0.1.5 des Zombie-Survival-Spiels von The Indie Stone um gefühlte Ewigkeiten. Nun jedoch ist Land in Sicht: Das Update soll spätestens kommenden Sonntag erscheinen. Juhu!

In einem neuen Blogeintrag erklären die Entwickler zudem erneut, dass es sich hierbei um eine absolute Ausnahme gehandelt hat und zukünftige Updates wieder schneller und regelmäßiger geliefert werden.

Die Liste der Änderungen in der kommenden Version ist natürlich mit der Zeit um einiges gewachsen, Highlights sind z.B.

  • Charaktererstellung (Berufe, Spezialeigenschaften etc.)
  • Kochen (Öfen und Kühlschränke funktionieren nun auch wirklich)
  • neue Stimmungslagen (Langeweile, Depression)
  • Vorhänge (kein Barrikadenzwang zum Sichtschutz mehr)
  • Alarmanlagen (löst man einen Alarm aus, heißt es: rennen!)
  • neue Gegenstände und Crafting-Möglichkeiten
  • Auswahl zwischen Sandbox- und Storymodus
  • Komplette Modifizierbarkeit inkl. Maps und sogar Handlung (per Skriptsprache, weitere Infos im Modding-Forum)

Dazu kommen viele weitere Kleinigkeiten und Bugfixes. Die äußerst aktive (und mit dem Update sicher noch viel aktiver werdende) Community had versucht eine umfassende Liste zusammenzutragen. Jedoch fehlen möglicherweise auch hier noch einige Punkte, da die Entwickler zuletzt relativ ruhig waren und mit voller Konzentration an der Fertigstellung des Updates gearbeitet haben. Sicher wird uns in den nächsten Tagen nochmal ein kompletter Changelog präsentiert werden.

Ab dem Wochenende gibt es also endlich wieder Neues zu tun im vielleicht vielversprechendsten Indie-Game in Entwicklung überhaupt.


Indie Investigation: VVVVVV

August 13, 2011

VVVVVV
Entwickler: distractionware
Release: 11.01.2010
Preis: 4,99€ (Steam)
Genre: Jump’n’Run
Aktuelle Version: 2.0

Als Käufer des dritten Humble Indie Bundles konnte auch ich einen Blick auf das ungewöhnliche Space-Jump’n’Run VVVVVV, in dem man nicht springen, sondern lediglich die Gravitation umkehren kann, werfen. Dieser Blick resultierte im Durchspielen des Storymodus. Ob dies nun jedoch ein Beweis dafür ist, dass das Spiel wirklich so fesselnd ist, dass man nicht mehr aufhören kann?

Read the rest of this entry »


Neue Reihe: Indie Investigation

August 7, 2011

In (absolut) unregelmäßigen Abständen werde ich ab heute in einer von mir so getauften “Indie Investigation” ein Spiel eines Independententwicklers genauer unter die Lupe nehmen. Die Teilwertungen sind dabei nach meiner natürlich völlig subjektiven Einschätzung gewichtet (Vorsicht: Grafik und Sound sind hier eher zweitrangig), sortiert nach ihrer Augenscheinlichkeit (zuerst bekommt man von einem Spiel Grafik und Sound mit, wenn man selbst Hand anlegt natürlich die Steuerung, bald darauf auch das Balancing und um Atmosphäre und Umfang richtig einschätzen zu können, muss man schon ein wenig Zeit mit dem Game verbringen) und teilen sich wie folgt auf:

– Grafik (10 Punkte): Hier zählt nicht nur technische Brillanz, sondern auch, wie stimmig das Spiel visuell herüberkommt (Monkey Island 1 würde hier z.B. nach wie vor eine relativ hohe Wertung bekommen 😉 ).
– Sound (10 Punkte): Klar, hier spielt zum einen natürlich die Hintergrundmusik eine Rolle, aber auch die Qualität der Soundeffekte.
– Steuerung (15 Punkte): Das ist für mich ein ziemlich wichtiger Punkt. Lässt sich das Spiel flüssig von der Hand spielen? Muss ich tausende Hotkeys auswendig lernen oder ist die Steuerung kontextsensitiv und intelligent (aber ermöglicht trotzdem komplexe Aktionen)?
– Balancing (15 Punkte): Je nach Spiel sind hier unterschiedliche Dinge wichtig. Beispielsweise zählt bei einem RPG, wie ausgeglichen die Charakterklassen bzw. Skills sind, bei einem Strategiespiel, ob die Fraktionen (sofern vorhanden) alle auf ihre Weise gegen die anderen bestehen können. Im Allgemeinen spielt hier auch der Schwierigkeitsgrad und dessen Entwicklung im Spielverlauf eine große Rolle.
– Atmosphäre (30 Punkte): Das ist der wichtigste Aspekt für mich und zugleich der am schwierigsten zu beschreibende. Grob gesagt geht es darum, ob sich ein Spiel gut “anfühlt”. Je nach Spiel können hier wieder unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Ist die Spielwelt glaubwürdig und stimmig bzw. kommt einem das Spiel in sich schlüssig und realistisch vor? Ist die Handlung mitreißend und fesselnd (falls es eine gibt)? Nimmt einen das Spiel emotional mit?
– Umfang (20 Punkte): Natürlich ist es auch wichtig, wieviel Zeit man denn nun sinnvoll mit dem Spiel verbringen kann (klar gibt es auch Spiele, die maximal acht Stunden lang Spaß machen, dabei aber eine ungeheure Spannung entfalten, aber dafür gibt es hier dann eben Abzüge). Neben der reinen Menge an Inhalten und der Langzeitmotivation wird hier auch die Wiederspielbarkeit betrachtet.

Noch heute wird die erste Indie Investigation zu Dungeons of Dredmor erscheinen. Für alle Interessierten: Viel Spaß beim Lesen!


Humble Indie Bundle #3

August 6, 2011

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben sollten, hier nochmal der Hinweis: Noch 3 Tage lang könnt ihr das dritte Humble Indie Bundle kaufen – und zwar für den Preis, den ihr selbst bestimmt. Dafür bekommt ihr mindestens sieben Spiele, wenn ihr mehr als 5,59 $ zahlt, sogar zwölf und unterstützt dabei auch noch (wenn ihr bereit seid, zumindest ein paar Dollar zu zahlen) die Indie-Gaming-Szene.

Als das Bundle gestartet ist, hielt ich die meisten Spiele noch für eher uninteressant. Die folgenden fünf Games waren von Anfang an dabei:
Crayon Physics Deluxe – ein ganz nettes Rätsel-Zeichenspiel inklusive Physiksimulation, für zwischendurch okay
Cogs – Schieberätsel in der dritten Dimension, naja…
VVVVVV – Oldschool Jump’n’Run mit extremem Schwierigkeitsgrad (mittlerweile durchgespielt und für gut befunden, allerdings hält sich die Spieldauer sehr in Grenzen und ich bin auch nicht der, der dann noch motiviert ist, nochmal seine Bestzeit in jedem Level einzeln zu verbessern)
Hammerfight – zwischendurch ganz lustig, man steuert ein Fluggefährt, an dem eine Kette mit einer Waffe dran baumelt und muss diese möglichst geschicht schwingen lassen, wobei die Steuerung doch sehr gewöhnungsbedürftig ist
And Yet It Moves – Jump’n’Run, bei dem man nicht nur laufen und springen, sondern auch die Spielwelt rotieren kann; nette Idee, auf Dauer aber eintönig

Mittlerweile sind allerdings zum regulären Bundle noch folgende Spiele hinzugekommen, die alleine schon einen Kauf rechtfertigen dürften:
Steel Storm: Burning Retribution – sehr guter futuristischer Top-Down-Shooter mit einer Menge Inhalt für viele Stunden Spielspaß; nichts Außergewöhnliches, aber hochklassig, wenn man das Genre mag
Atom Zombie Smasher – gewissermaßen eine Paniksimulation; der Spieler muss (zufallsgenerierte) Städte evakuieren, die von Zombies überrannt werden und hat dabei allerlei taktische Hilfsmittel zur Verfügung, wobei die Story immer wieder in Form von hübschen Comics präsentiert wird und ebenfalls einiges an Content geboten wird

Als wäre das nicht genug, bekommt man nun als Käufer des Bundles – sofern man mehr als 5,59 $ zahlt – auch noch alle Spiele des zweiten Bundles dazu (welches ich z.B. damals verpasst habe):
Braid – mehrfach ausgezeichnetes Rätsel-Jump’n’Run mit Zeitkomponente (man kann vor- und zurückspulen); das Leveldesign ist äußerst intelligent und erfordert zumeist einiges an Denksport
Cortex Command – wohl das komplexeste Spiel überhaupt im Bundle; Side-Scrolling-Kriegssimulation, in der man zwischen den Einheiten hin- und herwechselt
Machinarium – von der Press hoch gelobtes Point-and-Click-Adventure mit wunderschönem Grafikstil
Osmos – sehr innovatives Spiel, in dem man eine Zelle steuert, die durch das Einverleiben von kleineren Zellen größer werden muss und so verschiedene Aufgaben lösen kann
Revenge Of The Titans – interessantes Tower-Defense-Game mit einigen Strategiekomponenten (Ressourcenabbau etc.)

Ihr seht, es wird mittlerweile wirklich einiges geboten im dritten Humble Indie Bundle und auch die für die letztgenannten fünf Spiele notwendigen fünfeinhalb Dollar sollten locker durch den Gegenwert an Spielspaß übertroffen werden. Übrigens kriegt ihr ganz nebenbei auch noch einen bis 14. August gültigen vollwertigen Zugang zur Kaufversion von Minecraft. Und wer weiß, ob nicht noch mehr zum Bundle hinzugefügt wird, wie es in den letzten Tagen schon beinahe zur Norm geworden ist?
Wer nicht zugreift, ist selbst schuld!


Faszination Buddeln?

July 12, 2011

Minecraft ist in in Gamerkreisen ja schon seit einer ganzen Weile in aller Munde und hat sich trotz anhaltendem Beta-Status – der “richtige” Release soll erst im November diesen Jahres kommen – bereits millionenfach verkauft. Ich persönlich habe von einiger Zeit lediglich eine Demoversion ausprobiert und fragte mich: “Was finden alle an diesem Spiel?” Okay, es macht tatsächlich erstmal eine Menge Spaß, völlig frei in einer zufallsgenerierten Welt zu buddeln und zu bauen, aber was kommt danach, wenn man immer größer und weiter und hochwertiger gebaut hat, jede Stufe des (Quasi-)Tech-Trees durchlaufen hat? Momentan nicht viel. Es gibt ein paar Kühe hier, ein paar Schafe dort, in der Nacht trifft man auch mal auf Feinde, aber der große Abenteuer-Faktor fehlt. Dies soll sich allerdings mit dem sogenannten “Adventure-Update” – welches aber noch einige Zeit auf sich warten lassen wird – ändern. Das Spiel soll mit mehr Inhalt und wirklichem “Spiel” gefüllt werden und nicht mehr die bloße Lego-Sandbox sein. Wenn es also Richtung Release geht, könnte Minecraft tatsächlich großartig werden.

Ein Spiel, das in der Abenteuer-Hinsicht bereits jetzt einige Schritte weiter ist, ist Terraria. Der 2D-Bruder vom großen Minecraft enthält unzählige interessante Dinge, die entdeckt werden wollen – und zwar auch neben dem Buddeln, Bauen und Craften. Zahlreiche Dungeons, (Boss-)Feinde, Itemkisten, Events (z.B. kam bei Blutmond ein spezieller Zombie – “The Groom” – an unser Haus und seit dem kurzen Kampf mit diesem trägt meine Verlobte dessen Zylinder als Trophäe) etc. gibt es zu erleben und es soll mit kommenden Content-Updates noch viel mehr werden. Somit kamen bei mir (uns) innerhalb von 3 Tagen bereits über 20 Stunden Spielzeit zusammen. Ein Kunststück, das schon lange kein Spiel mehr vollbracht hat. Terraria weiß zu fesseln und lässt einen die Zeit zum Teil völlig vergessen. Da wollte man eigentlich schon ins Bett gehen, findet dann aber doch noch einen Höhleneingang tief unter der Erde, dort neue Rohstoffe, mit denen man sich neue Items bauen kann, die man dann natürlich nochmal kurz (jaja… kurz) ausprobieren will und schon sind wieder 2-3 Stunden dahin.
In Kürze soll das Update 1.0.6 für Terraria erscheinen und einiges am Balancing, dem Schwierigkeitsgrad und dem Interface ändern (hoffentlich dadurch auch verbessern, ich bin bei manchen Sachen noch etwas skeptisch), um so das große Content-Update 1.1  mit neuen Bossen, Gegnern, Gegenständen und sogar Klimazonen vorzubereiten. Insgesamt wollen die Entwickler das Spiel “more RPG” machen, wie auch im aktuellen Developer-Blogeintrag nachzulesen ist.

Die Faszination an diesen “Sandbox-Digging-Games” ist also nicht unbedingt das Buddeln selbst, sondern die Verbindung mit vielen spannenden Inhalten, die das Buddeln auch auf Dauer lohnenswert und spaßig machen. In diesem Sinne: Ich gehe dann jetzt erstmal in den Untergrund-Jungle und suche mir Rohstoffe für mein neues Schwert. 😉


Project Zomboid

June 24, 2011

Mal wieder möchte ich an dieser Stelle auf ein aufstrebendes Indie-Projekt aufmerksam machen: Project Zomboid.

Read the rest of this entry »


Wird die Playstation 4 ein Wi(i)tz?

June 20, 2011

Alle Zeichen im Gaming-Bereich stehen auf “Casual”. Nicht nur, dass die Browsergames ungebrochen auf dem Vormarsch sind, auch Microsoft setzt für seine X-Box – wie auf der E3-Präsentation mehr als deutlich wurde – vermehrt auf die “Kinect”-Bewegungssteuerung, Sony hat sein “Move” und die Wii bricht ja sowieso Verkaufsrekorde. Den klaren Vorteil, den die “ernsthaften” Konsolen aber vor letzterer haben – nämlich eben ernsthafte, genannt “Core”, Spiele – wollen sie in Zukunft scheinbar auch noch einbüßen. James Armstrong, seines Zeichens Vice President von Sony Computer Entertainment Europe, erzählte kürzlich unter anderem folgendes in einem Interview:

“Ich glaube nicht, dass wir eine Konsole haben werden, die bessere Grafiken haben wird als diejenigen, welche die PS3 gerade liefert. Ich glaube vielmehr, dass die Zukunft den Kunden eine bessere und mehr zugängliche Erfahrung liefern wird. Das Ziel wird es sein, dass immer mehr Leute den Weg in die Welt der Videospiele finden und dass man versucht, mehr Titel für Frauen zu designen.” (Quelle: play3.de)

Okay, unabhängig von der dämlichen “Titel für Frauen”-Aussage (meine Verlobte ist auch Core-Gamerin), was wohl eher “Titel für Casual-Spieler” bedeuten soll: Spätestens jetzt wird man als ernsthafter Gamer doch ein wenig besorgt. Ob in nicht all zu ferner Zukunft vielleicht das eigene Hobby im Casual-Sumpf untergehen wird? Ich hoffe einfach, dass dieser Trend irgendwann wieder verschwindet bzw. nicht jede (zumindest halbwegs) gute Spieleschmiede auf den Zug mit aufspringt. Schließlich sind Casual-Games vergleichsweise günstig in der Entwicklung und haben offenbar die wesentlich größere Anzahl potentieller Käufer, das ist sicher ein Anreiz. Andererseits: Das Interesse an Core-Games wird immer da sein und bei guter Qualität ist einem als Spieleentwickler eine treue (wenn auch sicher nicht ganz so große) Käuferschaft sicher.
Vielleicht ist es ein bisschen wie in der Musikindustrie: Mache innerhalb von ein paar Wochen eine billige Plastikpop-Platte, verdiene in ein oder zwei Monaten einen Haufen Kohle (bzw. lass deinen Produzenten die Kohle verdienen) und werde vergessen. Oder setze auf Qualität, nimm dir Zeit, begeistere eine erlesene Hörerschaft für deine Kunst und sichere dir für Jahre deine Fans.
Ihr habt die Wahl, liebe Entwickler, bitte entscheidet euch richtig.


Der PSN-Ärger

May 20, 2011

Wie einige sicher mitbekommen haben, war das Playstation-Network in den letzten Wochen aufgrund eines ziemlich schwerwiegenden Hacker-Angriffs nicht erreichbar. Das selbst hätte mich (uns) gar nicht so sehr gestört, da wir zur Zeit sowieso selten zum Spielen gekommen sind, und wenn, dann sowieso nicht online. Nachdem nun aber einige Funktionen bereits wieder online sind und am 24.5. der Playstation-Store dazukommen soll, hat Sony ein Entschädigungspaket für die User angekündigt. Unter anderem darf sich jeder registrierte Nutzer 2 aus 5 Spielen kostenlos downloaden. Prinzipiell ist das ja auch noch keine schlechte Sache, zumal es sich sogar um vollwertige Titel handelt und nicht um irgendwelche Mini-Games, die sowieso nur 3-5 EUR kosten. ABER: Außerhalb Deutschlands sind in der Auswahl unter anderem Dead Nation (Zombie-Horror-Survival-Shooter) und Infamous (Sandbox-Action-Adventure) enthalten. Beides Spiele, über die wir uns sehr gefreut hätten. In Deutschland kriegt man dank Jugendschutz als Ersatz Super StarDust HD (Arcade-Shooter) und Hustle Kings (Billardspiel). Ja, äh… toll. Da uns die anderen Spiele nicht interessieren bzw. wir Little Big Planet schon haben (wie wahrscheinlich fast jeder), bleibt da nicht viel für uns übrig.
Hätte man nicht wenigstens die beiden erstgenannten Spiele für einen minimalen Preis anbieten können? Guthaben kann man ja schließlich sowieso erst ab 18 kaufen. So jedenfalls schafft Sony sich bei uns – und auch zig anderen, wie zahlreiche Kommentare im Internet zeigen – keine Sympathien. Passend dazu gab es scheinbar auch schon wieder eine Sicherheitslücke auf der Seite zur Passwortänderung (ausgerechnet). Hoffentlich geht das nicht so weiter, sonst gehen wir nämlich bald nicht mehr mit.


Die Verdammten

October 15, 2010

Browsergames. Da denken die meisten sicher zunächst an Farmerama, Wurzelimperium und Co. Etwas tiefer in die Materie eingestiegene Zeitgenossen dann vielleicht an Rollenspiele wie Shakes & Fidget oder Weltraumspiele wie Ogame. Diese Genre-Palette wird mit der ein oder anderen Abwandlung im Setting in der Welt der Browserspiele ohne Ende bedient. Es gibt zig Klone, Klone von Klonen und Klone der geklonten Klone. Sicher, einige sind besser als andere, bringen ab und an eine neue Idee rein, aber im Großen und Ganzen ist es doch immer das Gleiche. Man setzt eben lieber auf den sicheren Euro als Experimente einzugehen und etwas zu probieren. Für Innovationen bleibt da wenig Raum. (Übrigens ist es bei den Vollpreis-Spielen mittlerweile nicht anders. Oder warum erscheinen zu gefülten 90% nur noch Shooter und dergleichen?)

Deshalb möchte ich hier ein Browserspiel vorstellen, das einen anderen Weg geht: Die Verdammten.

Read the rest of this entry »