Digitale Brett- und Kartenspiele: Empfehlungen, die Zweite

August 20, 2012

Im zweiten Teil der Empfehlungen von digitalen Umsetzungen diverser Brett- und Kartenspiele kommen diejenigen Spiele zum Zug, die entweder vom zugrunde liegenden System her nicht die Tiefe bzw. die Entscheidungsvielfalt und Möglichkeiten einiger im ersten Teil genannten Spiele aufweisen oder in ihrer digitalen Umsetzung schwÀcheln. Die jeweils in Kauf zu nehmenden Abstriche sind bei jedem Spiel kurz angedeutet und kommen in zwei Varianten vor:

  • Empfehlungen mit marginalen Abstrichen sind beinahe genauso gut wie die uneingeschrĂ€nkten Empfehlungen des ersten Teils und haben z.B. kleinere Design-Probleme.
  • Empfehlungen mit merklichen Abstrichen sind an sich nicht schlecht, haben aber grĂ¶ĂŸere Probleme und sind eher fĂŒr Fans des jeweiligen Genres oder Themas gedacht.

Dennoch sind die nÀchstgenannten Spiele allesamt einen Blick wert und ebenso wie die Empfehlungen des ersten Teils kostenlos zu haben und gegen den Computer spielbar.

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Roguelike Report #3

May 19, 2011

News

Rogue Survivor – Alpha 6.1
Ein kleines Update gab es dieser Tage fĂŒr das – im ersten Report vorgestellte – Zombie-Roguelike. Enthalten sind vor allem ein paar kleinere Bugfixes und Gameplay-Feinheiten.

Tales of Maj’Eyal – Beta 26
Auch ToME hat ein Update erhalten und der zugehörige Changelog ist ziemlich ausladend. Neben zahlreichen Bugfixes, Balance-Feintuning und kleinen Interface-Verbesserungen gibt es auch viele inhaltliche Erweiterung. Da will in nÀchster Zeit so einiges ausgelotet werden.
Kurz nach dem Erscheinen von Beta 26 wurde ĂŒbrigens Beta 26b nachgeschoben, da es wohl in der ersten Version einen schwereren Bug gab.

ErsteindrĂŒcke

HeroQuest

Die wenigsten werden vielleicht noch das originale Brettspiel kennen, auf dem dieses Spiel basiert. Ich selbst habe es in grauer Vorzeit (okay, vielleicht Ende der 90er) ab und an gespielt und daher kamen einige nostalgische GefĂŒhle beim Entdecken dieses PC-Remakes auf. Mit bis zu vier Helden streift ihr durch von Orks, Untoten und anderen Monstern bevölkerte Dungeons auf der Suche nach allerlei ReichtĂŒmern. In jeder Runde haben eure Charaktere dabei eine bestimmte Zahl an Bewegungspunkten und können eine Aktion (z.B. Angreifen) ausfĂŒhren. Zwei Spielmodi werden angeboten: Der Quest-Modus, in dem ihr vorgefertigte Quests (auf der HP gibt es dank mitgeliefertem Editor zahlreiche) durchspielt und den Magic-Dungeon-Modus, in dem echtes Roguelike-Feeling aufkommt. In letzterem werdet ihr nĂ€mlich alleine in einen zufallsgenerierten Dungeon mit mehreren Ebenen geworfen und versucht eben, so lange zu ĂŒberleben, wie möglich (Permadeath lĂ€sst grĂŒĂŸen).
NatĂŒrlich habe ich mich ĂŒber das Spiel gefreut, das doch sehr nahe an der Brettspielvorlage ist, weshalb mir viele Sachen gleich vertraut vorkamen. Objektiv betrachtet gibt es aber doch zahlreiche Macken (sehr hartes Balancing im Random-Dungeon; Rundenmodus hĂ€tte eher an ein Roguelike angepasst werden können, denn was auf dem Brett funktioniert, muss nicht auch auf dem PC gut sein) und die Motivation lĂ€sst recht schnell wieder nach. Leider wird das Spiel scheinbar auch nicht mehr weiterentwickelt. Einen Blick ist es dennoch wert – gerade auch aus nostalgischen GrĂŒnden.
Ersteindruck: @@

Spelunky

Auf den ersten Blick erinnert Spelunky eigentlich eher an das gute alte Rick Dangerous: Man springt und rennt als Höhlenforscher durch mit Fallen und fiesem Getier gespickte Levels auf der Suche nach möglichst wertvollen SchĂ€tzen, wobei einem als Hilfsmittel dabei in erster Linie Bomben (die WĂ€nde und Böden sind beliebig sprengbar)  und Seile zur VerfĂŒgung, spĂ€ter auch diverse andere Items. Auf den zweiten Blick jedoch weist es auch einige klassische Roguelike-Charakteristika auf, die es durchaus fĂŒr diesen Report qualifizieren. So werden die aus Tiles aufgebauten Levels bei jedem Neustart (und das werden viele sein) zufallsgeneriert und auch der Schwierigkeitsgrad ist – unter anderem dank Permadeath – enorm hoch. NatĂŒrlich kommt es bei dem Spiel auch auf klassische Jump-and-Run-Geschicklichkeit an, was bei Roguelikes normalerweise (Stichwort: rundenbasiert) gar keine Rolle spielt.
Vielleicht könnte man Spelunky ein “Jump-and-Rogue” nennen, in jedem Fall entwickelt es ein gewaltiges Suchtpotenzial und treibt trotz (oder gerade wegen) zahlreicher schneller Tode immer wieder zum Neustart an, um doch irgendwann den eigenen Rekord an gefundenen SchĂ€tzen, gemeuchelten Gegnern oder geretteten Gefangenen einzustellen. Das Spiel ist ĂŒbrigens mittlerweile auch in einer grafisch aufgemotzten Variante auf der XBOX zu haben (dort allerdings nicht kostenfrei).
Ersteindruck: @@@@