Roguelike Report #6

June 27, 2011

News

Dungeons of Dredmor – in den Startlöchern… noch immer
Eigentlich sollte es ja schon seit ein paar Wochen so weit sein, jedoch gab es scheinbar unerwartete Probleme mit äußeren Einflüssen (Zitat vom Blog: “other entities are involved”). Somit passiert seit einiger Zeit leider recht wenig im Gaslamp-Games-Lager (ein paar neue Screenshots gab es immerhin), aber der Release kann nun wirklich täglich kommen. Das Gute an der Sache: Die Entwickler wollen in der zusätzlichen Zeit nun noch einige Features einbauen, die ansonsten nach Release hätten nachgereicht werden müssen. Ich bin mir sicher: Die Wartezeit wird sich lohnen, trotzdem wäre es schön, wenn sie bald vorbei wäre.

UnReal World – Patch 4 für Version 3.13
Diverse Tweaks und Fixes wurden im neuesten Patch für UnReal World getätigt. Vor allem wurde das Hunger/Durst-System weiter verfeinert und besser ausbalanciert, was das Spielen – in meiner Erfahrung – deutlich angenehmer und flüssiger macht, ohne jedoch den Survival-Aspekt zu vernachlässigen.

js-like – JavaScript-Roguelike für zwischendurch
Wer Lust auf ein paar Minuten Roguelike zwischendurch im Browser hat, könnte sich die Beta vom ADOM-inspirierten js-like einmal anschauen. Ich habe es ein paar Minuten angespielt und es schien mir ganz solide zu sein. Wahrscheinlich auf Dauer aber (zumindest noch) keine echte Alternative zu den bereits bekannten Größen.

Erfahrungsbericht: UnReal World – Ein Haus!

In den letzten 2-3 Tagen habe ich es mit der ein oder anderen Stunde (Realzeit versteht sich, ingame waren es eher Wochen) Arbeit geschafft. Ich habe ein Haus gebaut:

Okay, es ist wirklich winzig und hat keine Fenster, aber ihr hättet sehen sollen, wie viele Bäume im Umkreis dafür fallen mussten. Anschließend bin ich auch gleich noch Steine sammeln gegangen um mir die schicke Feuerstelle (rechts) einzubauen, die zwar schon das halbe Haus einnimmt, aber sei es drum. Jetzt kann ich Fleisch und Fisch räuchern und im Winter sogar trocknen, um die gute Nahrung länger haltbar zu machen: überlebenswichtig! Feuerholz liegt auch schon einiges in meinem Keller, aber da muss sicherlich noch mehr her.
Des weiteren hänge ich aber übrigens immer noch an der Häutungsaufgabe fest, da mir in letzter Zeit einfach keine Tierchen mehr begegnet sind – abgesehen von diesen widerlichen Eichhörnchen, die sich sofort in die Bäume flüchten und von meinen Steinwürfen einfach nicht getroffen werden wollen. Ich muss aber zugeben, dass ich mich auch zuletzt nicht sehr weit raus getraut habe und nur den näheren Umkreis um mein “trautes Heim” abgesucht habe. Ich sollte den Radius da vielleicht erweitern.
Vor meinem nächsten größeren Ausflug werde ich aber definitiv nochmal einen Haufen Tassen oder sonstigen Nutzkram aus den übrig gebliebenen Bäumen zurecht schnitzen, um den Kram im nächsten Dorf gegen irgendetwas Nützliches einzutauschen (bessere Kleidung wäre vielleicht nicht schlecht). Und dann kann es los gehen!


Roguelike Report #5

June 5, 2011

News

Desktop Dungeons – neue Seite und neue kostenlose Version
Zum Launch der neuen Seite von Desktop Dungeons gibt es die Freeware-Variante des Rätsel-Roguelikes nun mit einigen Bugfixes, einer neuen Klasse und einem neuen Dungeon in Version 0.21 zum Download. Zudem ist die umfangreichere Kaufversion des Spiels inklusive Betazugang nun vorbestellbar. Ich bin gespannt, welche Änderungen uns neben der deutlich schöneren Grafik dort erwarten.

Dungeons of Dredmor – Beta-Videos
Zur Zeit ist kein Report ohne Dredmor möglich. Beinahe täglich gibt es die ein oder andere interessante Kleinigkeit im Gaslamp-Games-Blog oder auf der Twitter-Seite zu lesen. Der Release scheint nun wirklich in greifbare Nähe gerückt zu sein und es gibt bereits zahlreiche Previews und nun auch Videos zur Beta-Version des Spiels: Indie Test Drive (ca. 30 Minuten), Beta-Testing (ca. 2 Stunden), Beta-Gameplay (ca. 10 Minuten)

Tales of Maj’Eyal – Flut von neuen Betaversionen
Nachdem vor nicht allzu langer Zeit Beta26 von ToME erschien, ging alles ganz schnell weiter. Innerhalb einer Woche erschienen jetzt Beta27 und Beta28 und trotz der Release-Geschwindigkeit sind die Changelogs nicht kleiner geworden. So werden zig verschiedene Bugs behoben und zahlreiche Interface- und sonstige Verbesserungen eingefügt. Ich selbst bin seit dem Release von Beta27 noch gar nicht zum Spielen gekommen. Da werde ich nun wohl gleich mal Beta28 drüber installieren und unter die Lupe nehmen müssen… 😉

Erfahrungsbericht: UnReal World – Die (un)glückliche Jagd

Nachdem ich im letzten Report UnReal World in einem Ersteindruck vorgestellt habe, habe ich noch einige lustige (bzw. letztlich eher traurige) Dinge im Spiel erlebt, dazu ein kurzer Abriss:
Meine Grundversorgung hatte ich zunächst mit Fischerei und einem Unterstand in Wassernähe gesichert und nebenbei auch schon einige Bretter zum zukünftigen Hausbau gehortet, während ich die Aufgaben des Anfänger-Kurses bewältigte. Schließlich kam ich zur Aufgabe, ein Tier zu häuten und dessen Haut zu gerben. Nun hatte ich das Glück, einem Elch zu begegnen und diesen auch noch gerade so mit allen 7 Pfeilen, die ich dabei hatte, zu töten. Nachdem ich zunächst mehr Fleisch bekam als ich je tragen könnte, häutete ich das Tier natürlich schnellstens und wollte auch gleich mit dem Gerben loslegen, musste aber feststellen, dass das Elch-eigene Fett ganz knapp nicht ausreichte. Hätte ich nun zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass zum Gerben auch Baumrinde geeignet ist, hätte ich die natürlich gleich vom nächsten Baum gekratzt, das las ich aber dummerweise erst hinterher. Also habe ich Amateur die schöne Elchhaut (neben einigen selbst geschnitzten Tassen) aus Verzweiflung im nächsten Dorf gegen einige neue Äxte und eine Schaufel (mit der ich mir dann gleich einen Keller gebaut habe, damit das ganze Elchfleisch nicht so schnell schlecht wird) eingetauscht.
Das Dumme ist nur, dass ich jetzt schon seit Ewigkeiten in der Wildnis auf der Suche nach weiteren Tieren umherstreife und dabei lediglich diverse (vielleicht ist es auch frecherweise immer das selbe) Eichhörnchen treffe, die es jedoch immer schaffen (selbst mit einer Schusswunde oder nachdem ich ihnen einen Stein gegen den Kopf geschleudert habe) auf den nächsten Baum zu flüchten und sich vor mir in Sicherheit zu bringen. Also hänge ich immer noch an der Gerber-Aufgabe, aber das wird irgendwann schon werden. Das Leben ist eben hart in UnReal World, wir spielen ja hier schließlich auch ein Roguelike (wenn auch im weiteren Sinne).
Nebenbei zeigt diese kleine Geschichte natürlich auch einen Teil der wahnwitzigen Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet und kann vielleicht noch den ein oder anderen überzeugen, sich doch einmal einen Weg durch die umständliche Steuerung und eher zweckmäßige als schöne Grafik zu kämpfen. Es lohnt sich.


Roguelike Report #4

May 27, 2011

News

Dungeons of Dredmor – Release steht in Kürze an
Wie freue ich mich auf dieses Spiel! Die Trailer sehen super aus, der Monkey-Island-Grafikstil spricht mich hundertprozentig an und alle angekündigten Features versprechen Spielspaß ohne Ende. Die sehr sympathischen Entwickler von Gaslamp Games aktualisieren ihren Blog in letzter Zeit immer häufiger und arbeiten sich die Finger wund, denn die Entwicklung befindet sich in der absoluten Endphase. Wenn es auch, wie ursprünglich angekündigt, wohl nichts mehr mit einem Release im Mai wird, bin ich doch guter Dinge, dass wir im Juni mit diesem Hammer-Roguelike rechnen dürfen.

Grand Rogue Auto – Version 0.4.0 erschienen
Das bereits vor einiger Zeit erwähnte GTA-Roguelike gibt es nun in einer neuen Version (natürlich immer noch Pre-Alpha) zum Download. Es gibt einige Neuigkeiten, wie z.B. neue Munitionsarten, Charakterklassen, eine erste Umsetzung des Körperteil-Schadensmodells, GUI-Verbesserungen und diverse Erleichterungen für Modder, denen demnächst auch ein GRA-eigenes Forum zur Verfügung gestellt wird. Schön, dass es voran geht!

Ersteindruck

UnReal World

Aus Finnland kommt dieses einzigartige Roguelike-Survival-Spiel, das mittlerweile seit 1990(!) in Entwicklung ist und dementsprechend mit einem nicht unerheblichen Grad an Komplexität und Spieltiefe aufwarten kann.
Als (mehr oder weniger) Einsiedler müsst ihr im Finnland der Eisenzeit den harten Weg des Überlebens in der Wildnis gehen und euch dabei gegen Widrigkeiten wie wilde Tiere, Räuber, Nahrungsknappheit und nicht zuletzt ultraharte Winter behaupten. Zu Beginn seid ihr dabei lediglich mit einer absoluten Grundausrüstung an Kleidung, Werkzeugen und Nahrung ausgestattet, die es mit der Zeit zu erweitern gilt. Zuerst muss sich natürlich um die Nahrungsbeschaffung gekümmert werden, die wahlweise über Jagen, Fischen, Beeren sammeln oder auch Landwirtschaft erledigt werden kann. Auch ein kleiner Unterschlupf für die Nacht sollte schnellstmöglich aus dem nächstbesten Baum und dessen Zweigen gebastelt werden. Habt ihr erstmal eure Grundversorgung gesichert, gilt es auch Handel mit umliegenden Dörfchen zu treiben, denen ihr z.B. eure selbstgeschnitzten Alltagsgegenstände anbieten und dafür das ein oder andere nützliche Werkzeug (und vieles mehr) erhalten könnt, um euch schließlich mit dem Bau eines kleinen Häuschens auf den ersten Winter vorzubereiten.
Und so geht es dann weiter, ganz im Sandbox-Stil ohne echtes Ziel (außer eben dem längstmöglichen Überleben), aber dafür mit einer Unmenge an Möglichkeiten. Es gibt so viel zu entdecken, zu lernen und auszuprobieren, dass man zig Stunden alleine mit der Auslotung ebenjener Möglichkeiten verbringen kann, bevor man sich ans ernsthafte “Spielen” macht. Oder man stürzt sich doch gleich waghalsig ins Abenteuer und erforscht die gigantische, natürlich größtenteils zufallsgenerierte, Spielwelt. UnReal World hat zwar mit den üblichen Dungeon-Crawlern nicht mehr viel gemein, nutzt jedoch die komplexe Mechanik eines Roguelike, um dem Spieler ein solch realistisches und spannendes Spielerlebnis zu bescheren, wie es nur wenige andere Spiele vermögen.
Auf der offiziellen Homepage steht kostenlos eine Demo zum Download bereit, in der das Leben der Charaktere allerdings auf 10 Tage begrenzt ist. Die Vollversions-Registrierung kostet jedoch im günstigsten Fall (die aktuelle Version und deren Patches sind enthalten) gerade mal 2 EUR. Bei dieser Spieltiefe und der damit einhergehenden Anzahl an Stunden, die einen UnReal World zu fesseln im Stande ist, lohnt sich das allemal.
Ersteindruck: @@@@@


Roguelike Report #3

May 19, 2011

News

Rogue Survivor – Alpha 6.1
Ein kleines Update gab es dieser Tage für das – im ersten Report vorgestellte – Zombie-Roguelike. Enthalten sind vor allem ein paar kleinere Bugfixes und Gameplay-Feinheiten.

Tales of Maj’Eyal – Beta 26
Auch ToME hat ein Update erhalten und der zugehörige Changelog ist ziemlich ausladend. Neben zahlreichen Bugfixes, Balance-Feintuning und kleinen Interface-Verbesserungen gibt es auch viele inhaltliche Erweiterung. Da will in nächster Zeit so einiges ausgelotet werden.
Kurz nach dem Erscheinen von Beta 26 wurde übrigens Beta 26b nachgeschoben, da es wohl in der ersten Version einen schwereren Bug gab.

Ersteindrücke

HeroQuest

Die wenigsten werden vielleicht noch das originale Brettspiel kennen, auf dem dieses Spiel basiert. Ich selbst habe es in grauer Vorzeit (okay, vielleicht Ende der 90er) ab und an gespielt und daher kamen einige nostalgische Gefühle beim Entdecken dieses PC-Remakes auf. Mit bis zu vier Helden streift ihr durch von Orks, Untoten und anderen Monstern bevölkerte Dungeons auf der Suche nach allerlei Reichtümern. In jeder Runde haben eure Charaktere dabei eine bestimmte Zahl an Bewegungspunkten und können eine Aktion (z.B. Angreifen) ausführen. Zwei Spielmodi werden angeboten: Der Quest-Modus, in dem ihr vorgefertigte Quests (auf der HP gibt es dank mitgeliefertem Editor zahlreiche) durchspielt und den Magic-Dungeon-Modus, in dem echtes Roguelike-Feeling aufkommt. In letzterem werdet ihr nämlich alleine in einen zufallsgenerierten Dungeon mit mehreren Ebenen geworfen und versucht eben, so lange zu überleben, wie möglich (Permadeath lässt grüßen).
Natürlich habe ich mich über das Spiel gefreut, das doch sehr nahe an der Brettspielvorlage ist, weshalb mir viele Sachen gleich vertraut vorkamen. Objektiv betrachtet gibt es aber doch zahlreiche Macken (sehr hartes Balancing im Random-Dungeon; Rundenmodus hätte eher an ein Roguelike angepasst werden können, denn was auf dem Brett funktioniert, muss nicht auch auf dem PC gut sein) und die Motivation lässt recht schnell wieder nach. Leider wird das Spiel scheinbar auch nicht mehr weiterentwickelt. Einen Blick ist es dennoch wert – gerade auch aus nostalgischen Gründen.
Ersteindruck: @@

Spelunky

Auf den ersten Blick erinnert Spelunky eigentlich eher an das gute alte Rick Dangerous: Man springt und rennt als Höhlenforscher durch mit Fallen und fiesem Getier gespickte Levels auf der Suche nach möglichst wertvollen Schätzen, wobei einem als Hilfsmittel dabei in erster Linie Bomben (die Wände und Böden sind beliebig sprengbar)  und Seile zur Verfügung, später auch diverse andere Items. Auf den zweiten Blick jedoch weist es auch einige klassische Roguelike-Charakteristika auf, die es durchaus für diesen Report qualifizieren. So werden die aus Tiles aufgebauten Levels bei jedem Neustart (und das werden viele sein) zufallsgeneriert und auch der Schwierigkeitsgrad ist – unter anderem dank Permadeath – enorm hoch. Natürlich kommt es bei dem Spiel auch auf klassische Jump-and-Run-Geschicklichkeit an, was bei Roguelikes normalerweise (Stichwort: rundenbasiert) gar keine Rolle spielt.
Vielleicht könnte man Spelunky ein “Jump-and-Rogue” nennen, in jedem Fall entwickelt es ein gewaltiges Suchtpotenzial und treibt trotz (oder gerade wegen) zahlreicher schneller Tode immer wieder zum Neustart an, um doch irgendwann den eigenen Rekord an gefundenen Schätzen, gemeuchelten Gegnern oder geretteten Gefangenen einzustellen. Das Spiel ist übrigens mittlerweile auch in einer grafisch aufgemotzten Variante auf der XBOX zu haben (dort allerdings nicht kostenfrei).
Ersteindruck: @@@@


Roguelike Report #2

May 9, 2011

News

Dwarf Fortress – Neues aus der Entwicklung
In den sehr regelmäßigen Mini-Berichten von Entwickler Toady One ging es in letzter Zeit vor allem um eines: Untote. Mit denen sollen zukünftig die generierten – ebenfalls neuen – Katakomben, Dungeons und Kanalisationen gefüllt werden. Und zwar dynamisch – je nachdem, wie viele Wesen in einem bestimmten Bereich in der generierten Historie eurer Welt eben gestorben sind. Das könnte natürlich vor allem für den bisher nicht sonderlich ausgereiften bzw. nicht gerade mit vielen spannenden Ereignissen gefüllten Adventure-Mode interessant sein. Aber auch im Fortress-Mode sollen eure Zwerge jetzt als Untote wiederkehren können. Wir sind gespannt!

Grand Rogue Auto – Version 0.3.8 erschienen
Bei GRA handelt es sich abermals um ein hochinteressantes Projekt, das auf den ersten Blick ein wenig an das im letzten Report vorgestellte Rogue Survivor erinnert, denn es spielt (wie der Titel ja auch vermuten lässt) ebenfalls in einer Großstadt und es gibt sogar nebenbei einen Zombiemodus. Im normalen Modus jedoch soll sich das Spiel ganz wie das Vorbild Grand Theft Auto spielen – nur eben als Roguelike. Eine weitere Gemeinsasmkeit mit Rogue Survivor ist allerdings die frühe Entwicklungsphase (es handelt sich hier noch um eine Pre-Alpha-Version). Von daher sind natürlich etliche wichtige Features noch nicht implementiert und man kann bislang lediglich die Stadt erkunden, um sich schießen und ein bisschen Beute verkaufen. Was aber alles geplant ist, liest sich äußerst spannend. GRA sollte man definitiv im Auge behalten.

Ersteindruck

Elona

Elona ist ein Spiel, das vor allem eines kann: Potenzial verschenken. Prinzipiell sieht alles sehr interessant aus (weshalb ich mir das Spiel überhaupt erst angeschaut habe und es hier vorstelle): Es gibt eine ziemlich große Spielwelt, viele Möglichkeiten und Freiheiten und eine einfache, relativ intuitive Steuerung. Mit der klassischen SNES-Grafik, die mittlerweile eigentlich noch ausgelutschter ist als ASCII, kann man als Roguelike-Freund natürlich auch gut leben. Allerdings lässt einen das Spiel (nach dem obligatorischen Wie-bewege-ich-mich-überhaupt-Tutorial) doch ziemlich alleine, weshalb die Vielzahl an Möglichkeiten eher zum Problem wird. Man fühlt sich etwas “verloren”, stirbt zig frühe Tode im (scheinbar) ersten Dungeon und fragt sich schnell, wo die Motivation denn nun geblieben ist.
Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass ich mich nochmal intensiver mit dem Spiel beschäftigen werde, zumindest in der aktuellen Version (das Spiel wird offiziell nicht mehr weiterentwickelt, aber einige engagierte Fans planen weitere Verbesserungen). Dafür gibt es einfach zu viele andere und bessere Roguelikes, die ja auch irgendwann mal gespielt werden wollen.
Ersteindruck: @

Zukunftsmusik

Dungeons of Dredmor
Noch diesen Monat soll das kommerzielle Roguelike von Gaslamp Games erscheinen und was man bisher davon sehen (z.B. in diesem Trailer) und lesen (z.B. im Blog der Entwickler) kann, ist doch äußerst vielversprechend. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob dieses Modell des “professionellen Roguelike” von der Zielgruppe entsprechend honoriert wird und funktionieren kann. In der Regel handelt es sich bei RLs ja mehr oder weniger um Hobbyentwicklungen, die sich – wenn überhaupt und nur im allerbesten Fall (siehe Dwarf Fortress) – höchstens über Spenden selbst finanzieren können. Wir werden sehen, wann und was wir als nächstes von Gaslamp Games hören.

Am Rande der Roguelikes

Wo wir gerade bei der Zukunftsmusik waren, hier ein kleiner Tipp nebenbei: Wer auf der Suche nach passender Hintergrundmusik beim Roguelike-Spielen ist (die meisten Spiele kommen ja standardmäßig mit keinem bis sehr wenig Sound), dem sei an dieser Stelle das Duo Nox Arcana empfohlen, das seit 2003 atmosphärische und düstere Ambientmusik produziert. Zwar sind die meisten Alben eher im Stile eines Horrorfilm-Soundtracks gehalten, das 2006er-Werk  “Blood of the Dragon” jedoch hat eine deutliche Fantasy-Schlagseite und wildert irgendwo zwischen Herr der Ringe und guten alten RPG-Soundtracks.


Roguelike Report #1

May 5, 2011

In unregelmäßigen Abständen werde ich ab jetzt ein wenig über Spiele, Neuigkeiten und sonstiges aus der Roguelike-Welt berichten. Da dies der erste Report ist, gibt es hauptsächlich erstmal einige Ersteindrücke – bestensfalls gibt es hier fünf @ als Bewertung, wobei ich nur Spiele bewerten werde, die ich überhaupt interessant finde und sich die Wertung eher auf die allgemeine Ausgereiftheit eines Spiels bezieht – zu den Spielen, die ich mir in letzter Zeit angeschaut habe, um einen Einstieg bzw. einen groben Überblick zu bekommen. Das sind natürlich vor allem die bekannteren Titel der Szene.
Vorab aber noch ein Hinweis: Natürlich habe ich mir auch die ganz großen Klassiker Nethack und Angband angeschaut, halte diese aber – zumindest in ihrer Originalfassung – schlicht für nicht mehr zeitgemäßg, nur historisch interessant und werde diese daher hier auch vorerst nicht betrachten.


Ersteindrücke

Desktop Dungeons

Los geht es gleich mit einem sehr untypischen Roguelike, das aber wohl gerade deshalb zu solch großer Popularität gekommen ist. Eigentlich handelt es sich eher um ein Rätselspiel im Roguelike-Stil. Die Gegner bewegen sich hier nicht, sondern wehren sich nur, wenn ihr sie direkt angreift. Gesundheit und Mana bekommt ihr durch das Aufdecken der einzelnen Tiles des Dungeons (der übrigens auch nur aus einer Ebene besteht ~ ein Durchgang dauert etwa 10-15 Minuten). Hierbei ist natürlich geschickte Planung gefragt: Welchen Gegner welchen Levels greife ich zuerst an? Wieviele Tiles soll ich jetzt schon aufdecken, in der Hoffnung, das dort etwas Interessantes liegen könnte, obwohl sie mir in Sachen Regeneration später vielleicht mehr nützen könnten? Daneben gibt es auch noch ein – ziemlich abgespecktes, aber gut durchdachtes – Magie- und Religionssystem.
Alles in allem ist Desktop Dungeons für Zwischendurch ein super Spiel, in das man schnell reinkommt (simpelste Maussteuerung!) und das auch einen gewissen Suchtfaktor entfalten kann, da es auch reichlich Rassen, Charakterklassen und Spielmodi freizuschalten gibt. Trotzdem fehlt auf Dauer natürlich die Abwechslung bzw. die Komplexität eines “echten” Roguelike.
Ersteindruck: @@@

DoomRL

Ebenfalls enormer Beliebtheit erfreut sich die Roguelike-Variante des Ur-Shooters Doom, die von Kornel Kisielewiczs ChaosForge entwickelt wurde und sich genau so spielt, wie man es erwarten würde: eben wie ein Roguelike-Shooter. Die Tastatur-Steuerung ist für ein RL relativ einfach gehalten und die Spielmechanik eingängig. Man ballert sich durch zufallsgenerierte Gänge, zwischendurch aber auch wiederkehrende Speziallevels, und versucht sich seine Vorräte an Waffen, Munition, Rüstung, Medipacks und diversen Upgrades möglichst geschickt einzuteilen und natürlich so viele Gegner wie möglich zu vernichten, um in den späteren Etagen auf einem ordentlichen Charakterlevel angekommen zu sein.
DoomRL entfaltet ein großes Suchtpotenzial, da es einen zwar nicht durch Komplexität erschlägt, man aber doch bei jedem Tod das Gefühl hat, man hätte noch etwas anders machen können: Also gleich nochmal probieren! Daneben gibt es unzählige Achievements, Ränge und sonstige Goodies freizuschalten, sodass Langzeitspaß garantiert ist. Auch wenn es (bislang!) nur ASCII-Grafik zu sehen gibt und die Zufallslevels auf Dauer nicht allzu abwechslungsreich wirken, kehrt man immer mal wieder gerne auf Phobos zurück und ballert sich ein, zwei Stunden durch die Monsterhorden.
Ersteindruck: @@@@

Dungeon Crawl Stone Soup

Ich hatte es ja bereits in meiner kleinen Roguelike-Einführung erwähnt und möchte hier nochmal kurz darauf eingehen: Bei Crawl handelt es sich um eines der sogenannten Major Roguelikes. Seit 2005 wird es von einem neuen Team in der Stone-Soup-Variante stetig weiterentwickelt und hat sich zum momentan wahrscheinlich meistgespielten RL überhaupt gemausert. Das liegt wohl vor allem an der genialen Balance zwischen schier überbordender Komplexität und doch zugleich einfacher Steuerung (vor allem in der tollen grafischen Variante inklusive Maussteuerung, Minimap, Inventarmenü und sonstigen kleinen Feinheiten). Getreu dem Motto “easy to learn, hard to master” kommt man zwar schnell rein, wird aber gerade zu Beginn zig frühe Tode erleben, da man einfach noch zu wenig Wissen um Spielmechanik und Regelwerk hat. Crawl ist in dieser Hinsicht hart und gnadenlos. Empfohlen sei hier auch das umfassende Wiki zum spiel.
Dank einer Vielzahl unterschiedlicher Levelarchitekturen (von denen auch ich erst einen Bruchteil gesehen habe, aber so langsam wird es), Gegner, Gegenstände, Rassen, Charakterklassen etc. bietet DCSS theoretisch beinahe unerschöpflichen Spielspaß. Zumindest, wenn man sich traut über die “Losing is fun!”-Schwelle zu treten und das Frustpotenzial gar nicht erst greifen lässt.
Ersteindruck: @@@@@

Dwarf Fortress

Eigentlich habe ich dazu ja schon einiges in meiner bereits erwähnten Einführung geschrieben, deshalb hier vielleicht nur nochmal eine interessante Hintergrundinformation: DF wird seit mittlerweile über 8 Jahren von den beiden Brüdern Tarn und Zach Adams entwickelt, die mittlerweile davon leben können – von den Spenden der Fans. Zwischen 2000 und 5000 Dollar kommen monatlich zusammen, im April 2010 (der Monat eines großen neuen Releases) waren es sogar 16000. Schön, dass Qualität manchmal doch auch einfach so belohnt wird, ganz ohne die Zwänge der Industrie.
Aufgrund der bereits erwähnten Komplexität, des großartigen Weltengenerators sowie des absolut einmaligen Spielerlebnisses, das eigentlich nur durch die umständliche Steuerung getrübt werden könnte, gibt es folgerichtig nur einen möglichen Ersteindruck: @@@@@

Goblin Camp

Dieses Spiel befindet sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase, hat aber schon Ansätze, die interessant genug sind, um es in Zukunft zu einem echten Topgame werden zu lassen. Basierend auf der Grundidee von Dwarf Fortress baut ihr hier aber keine Zwergenfestung, sondern ein Goblin- und Orklager. Der offensichtlichste Unterschied ist dabei definitiv die schon jetzt bessere Steuerung als beim großen Vorbild. Einfach per Maus lassen sich alle Befehle erteilen, Menüs öffnen und Gebäude platzieren. So muss das bei einem solchen Spiel sein.
Leider ist natürlich aufgrund des frühen Stadiums noch nicht so viel Spannendes eingebaut und man kann bisher lediglich erahnen, was Goblin Camp irgendwann mal werden kann. Potenzial ist genügend da.
Ersteindruck: @@

Rogue Survivor

Ähnlich wie mit Goblin Camp verhält es sich auch mit diesem Spiel, das auf einer sehr spannenden Idee basiert, aber eben noch sehr unausgereift daherkommt. Ihr befindet euch in einer Großstadt, die von Zombies und anderen untoten Ungetümen überfallen wird. Dabei müsst ihr euch zunächst zu den örtlichen Shops durchschlagen, um euch mit Vorräten und Waffen einzudecken und schließlich den Kampf zu beginnen. Auf eurem Weg trefft ihr dabei zahlreiche NPCs, die ihrerseits versuchen, zu überleben und öfter mal mit euch reden und euch Hinweise auf Untote in der Nähe geben oder Tauschhandel betreiben wollen (in etwa: “Meine Taschenlampe gegen deine Knarre!”).
Das alles kann natürlich unheimlich spannend werden, befindet sich jedoch auch hier noch in einer frühen Phase (Alphaversion), weshalb die KI der Gegner und NPCs alles andere als ausgereift ist und auch sonst nach dem Erkunden der Stadt bisher wenig Motivation aufkommt. Auch hier gilt: Großes Potenzial liegt vor!
Ersteindruck: @@

Tales of Maj’Eyal

Schon seit 1998 ist ToME fester Bestandteil der RL-Szene, damals als Tales of Middle Earth gestartet, mittlerweile in einem gänzlich neu erschaffenen Fantasyreich angesiedelt und wie DCSS als Major Roguelike erachtet. Die Stärken des Spiels sind in seiner aktuellsten Version offensichtlich: Es hat eine für RL-Verhältnisse tolle Grafik, neben zahlreichen zufallsgenerierten Dungeons und Wäldern auch eine riesige Außenwelt, eine einfache mausunterstützte Bedienung, eine durchdachte Charakterentwicklung, teils klassenspezifische, teils zufällige Quests, eine gigantische Item- und Waffenvielfalt und einfach eine sehr dichte Atmosphäre. ToME vermag, einen in seinen Bann zu ziehen und bietet dazu auch noch verschiedene Schwierigkeitsgerade (die sich vor allem durch die Anzahl an Extraleben unterscheiden – ja, Permadeath kann dadurch etwas gelockert werden) für Einsteiger und Profis an.
Negativ fallen eigentlich nur die schwankende Performance (gerade bei vielen Gegnern auf dem Bildschirm stockt das Spiel doch etwas) und die häufigen, nicht unbedingt kurzen Speicher- und Ladezeiten auf. Wie auch im offiziellen Forum zu lesen wohl ein öfter auftretendes Problem, weshalb es wohl eher am Spiel als an meinem Rechner liegt. Nichtsdestotrotz ist ToME jedem RPG-Fan zu empfehlen, der einen Einstieg in die RL-Welt sucht.
Ersteindruck: @@@@

So, das war erstmal der Rundumschlag der ersten Eindrücke zu den für mich bislang wichtigen Roguelikes. In den weiteren Reports wird es voraussichtlich vermehrt um News, Updates und weitere mir bedeutend erscheinende Entwicklungen in der RL-Szene gehen. Natürlich werden aber auch immer mal wieder Kurzbeschreibungen bzw. Berichte zum ein oder anderen Spiel eingestreut werden.


Von Zwergen zu Roguelikes

April 29, 2011

Da es gut sein könnte, dass ich in Zukunft ein wenig über das ein odere andere Spiel aus diesem Genre schreiben werde, hier eine kleine Einführung in die – mir selbst noch recht neue – Welt der sogenannten Roguelike-Games.

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