Im ersten Rutsch der dank Steams neuem Greenlight-Service für eine zukünftiges Erscheinen auf Valves Downloadplattform vorgemerkten Titel waren bereits zehn Titel freigeschaltet worden – u.a. auch Project Zomboid und Towns.
Wie Valve nun bekanntgab, kommen ab sofort 21 weitere Titel auf der grün belichteten Liste hinzu. Erfreulicherweise ist darunter auch der kleine Bruder von Dwarf Fortress und Towns: Gnomoria. Hier die Liste aller Neuzugänge:
Vor einiger Zeit tauchte Fabula Divina mehr oder weniger aus dem nichts auf und schickte sich an, die Herzen von Fans guter alter Rollenspiele der Marke Ultima im Sturm zu erobern. Natürlich waren die ersten Alpha-Testversionen noch recht fehlerbehaftet und unfertig, es war aber bereits großes Potenzial zu erkennen. In den letzten Wochen und Monaten wurde ausgiebig am Spiel gearbeitet und es hat sich einiges getan. So wurde unter anderem das Interface generalüberholt, das Roguelike-Kampfsystem komplett durch eines im Final-Fantasy-Stil ersetzt sowie eine komplett neue Welt inklusive einer ersten Storyline zusammengebastelt. Mittlerweile steht Version 0.32 zum kostenlosen Download bereit.
Die 42 ist eine gute Zahl für den Wandel: Eine ganze Weile ist es schon her seit dem letzten Report. Dies liegt einerseits daran, dass nicht wahnsinnig viel in der Roguelike-Welt passiert ist und andererseits daran, dass wirklich interessante Meldungen ab sofort auch gerne mal in eigene Artikel ausgelagert werden (siehe die Meldungen bzgl. des ADOM-Crowdfunding-Erfolges). Hier dennoch eine kleine Zusammenstellungen kürzlicher Ereignisse.
Vor wenigen Tagen erschien offiziell eine neue Version von AliensRL. Demnächst soll das Update zu DiabloRL kommen, das von den foreninternen Betatestern bereits unter die Lupe genommen wird. Damit macht man im Hause ChaosForge die Drohung wahr, neben dem Zugpferd DoomRL auch für alle anderen der eigenen Spiele in diesem Jahr umfangreiche Updates zu releasen. Sehr schön!
Die Dungeons-Of-Dredmor-Macher haben ihr nächstes Werk angekündigt: Clockwork Empires. Dabei soll es sich um ein Dwarf-Fortress-artiges Stadt-Simulations- und Managementspiel mit Steam-Punk-Einschlag handeln. Im Gegensatz zur Zwergenfestung allerdings mit hübscher Grafik und komfortabler Steuerung. Klingt wie ein wahrgewordener Traum, oder? Nach und nach sickern weitere Infos durch und man darf gespannt sein, wie es um die Kanadier und ihr vermeintliches Mammutprojekt weitergeht.
Bei Steams neuem User-Voten-Spiele-Service treten natürlich auch zahlreiche Roguelike-Projekte an, um möglicherweise in Zukunft einmal auf Valves digitaler Vertriebsplattform zu landen. Einige interessante Roguelikes und Roguelike-Likes sind in dieser Liste zu finden und dürften einen Klick als Unterstützung wert sein.
Releases
Sämtliche Updates und Releases des Genres sind mittlerweile äußerst umfassend bei RogueBasin zu finden.
Im zweiten Teil der Empfehlungen von digitalen Umsetzungen diverser Brett- und Kartenspiele kommen diejenigen Spiele zum Zug, die entweder vom zugrunde liegenden System her nicht die Tiefe bzw. die Entscheidungsvielfalt und Möglichkeiten einiger im ersten Teil genannten Spiele aufweisen oder in ihrer digitalen Umsetzung schwächeln. Die jeweils in Kauf zu nehmenden Abstriche sind bei jedem Spiel kurz angedeutet und kommen in zwei Varianten vor:
Empfehlungen mit marginalen Abstrichen sind beinahe genauso gut wie die uneingeschränkten Empfehlungen des ersten Teils und haben z.B. kleinere Design-Probleme.
Empfehlungen mit merklichen Abstrichen sind an sich nicht schlecht, haben aber größere Probleme und sind eher für Fans des jeweiligen Genres oder Themas gedacht.
Dennoch sind die nächstgenannten Spiele allesamt einen Blick wert und ebenso wie die Empfehlungen des ersten Teils kostenlos zu haben und gegen den Computer spielbar.
Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, liefern Brett- und Kartenspiele in vielen Fällen außerordentlich durchdachte und anspruchsvolle Spielmechanismen, die es durchaus wert sind, erlernt und ergründet zu werden. Im Folgenden werden einige solche Spiele vorgestellt. Von all den genannten Spielen existieren kostenlose digitale Versionen, die auch gegen computergesteuerte Gegner gespielt bzw. erlernt werden können. Achtung: Gute Grafik oder sonstige Eigenschaften von sogenannten “High-Value-Produktionen” gibt es hier selbstverständlich nicht zu finden. Interessant aufgebaute Systeme mit Tiefgang dafür umso mehr.
Was ein Spiel ist, weiß doch eigentlich jeder… oder? Nun, besonders in der Welt der (Singleplayer-)Video-“Spiele” ist dieses Wissen aber seit vielen Jahren in gefährliche Vergessenheit geraten. Warum das Wiederentdecken des “Spiels” als solches möglicherweise wichtig sein könnte, werde ich im Folgenden versuchen zu erläutern.
Mit einem Namen in bester Rhapsody-of-Fire-Manier präsentieren Gaslamp Games eine neue Erweiterung zu ihrem Roguelike-Überraschungshit: Conquest of the Wizardlands.
Die Highlights der neuen Features umfassen u.a. eine erweiterte Pocket Dimension, die durch Patch 1.1.1 zwar auch als zusätzlicher Lagerplatz ins Grundspiel integriert wurde, hier aber größer ausfällt und sich vom Spieler persistent dekorieren lässt. Hiermit kommt also ein trotz Permadeath beständiger Fortschrittsfaktor ins Spiel. Des Weiteren lassen sich Items nun mit Edelsteinen bestücken und somit verbessern. Natürlich gibt es auch wieder neue Gegner, Gegenstände und Skills zu entdecken sowie eine komplett neue Spielregion: Die Diggle-Hölle! Für 3€ auf Steam ist der geneigte Dredmor-Fan dabei.
Doch auch für Spieler des Grundproduktes bzw. der bisherigen Addons tut sich mit Patch 1.1.1 einiges. Zwei neue Skills für den Umgang mit Messern und Stangenwaffen – zwei völlig neue Waffenkategorien – kommen ins Spiel, Minibosse durchstreifen die Dungeon-Ebenen und eine abgespeckte Pocket Dimension ist wie gesagt ebenso integriert. Dazu kommen zahlreiche Bugfixes und Performance-Tweaks, wie dem vollständigen Changelog zu entnehmen ist.
Auch wenn es wohl noch eine Weile dauern wird, bis wir eine komplett stabile und Steam-fähige Version von Project Zomboid bekommen, wird schon jetzt das Modding-Potenzial des Zombie-Survival-Spiels deutlich. Immer wieder sprießen hochinteressante Projekte und Ideen aus der Community hervor. Insbesondere das Zwei-Mann-Team aus RobertJohnson (Code) und dem guten – in der deutschen Community sehr aktiven – Thuztor (Grafiken) hat in letzter Zeit einige unglaublich vielversprechende Mods an den Start gebracht.
Angefangen, die Mod-Szene aufzumischen, haben die beiden mit der Farming-Mod, die es dem Spieler ermöglich, allerlei Grünzeug anzupflanzen. Mittlerweile ist sogar ein eigenes Dünger- und Wassersystem enthalten. Zudem besteht die Möglichkeit, Farming-Erfahrungspunkte zu sammeln und somit den Spielercharakter neben den üblichen Zomboid-Skills auf eine weitere Art und Weise zu verbessern. Weitere Features sind für die Zukunft bereits geplant.
Beim zweiten Streich dreht sich alles um Survival. Oder netter ausgedrückt: Camping! Ein Lagerfeuer als außerhäusliche Kochmöglichkeit sowie ein Zelt zum Schlafen unter freiem Himmel sind bereits implementiert. Auch hier besteht die Möglichkeit, sich durch das Sammeln von Camping-XP beispielsweise die Change zum Anzünden des Lagerfeuers zu verbessern. Ein weiteres eingeplantes Feature, an dem die Arbeit bereits begonnen hat, ist das Angeln. Auch hier wird es eine völlig neu entwickelte Spielmechanik sowie eine eigens eingebaute Fischerhütte im Spiel geben.
Vor kurzem erschien darüber hinaus die wohl “böseste” Zomboid-Mod bislang: Die Kannibalismus-Mod! Diese ermöglicht es dem Spieler, getötete NPCs zu zerteilen. Die erhaltenen Körperteile können dann wahlweise als Waffe(!), zur Ablenkung der Zombies oder schlicht zum Füllen des eigenen Magens verwendet werden. Na, dann viel Spaß mit dem “fresh meat”!
Übrigens arbeitet Thuztor nebenbei auch noch an einer Addiction-Mod, die Drogen mit diversen Effekten und entsprechende Mechaniken zum Suchtverhalten von Charakteren einbauen soll, und hat das auch von den Entwicklern bereits häufig erwähnte Projekt Vacation Island – quasi eine Dead-Island-Mod – ins Leben gerufen.
Es werden also nicht mehr “nur” einfach Items hinzugefügt, sondern ganze zusätzliche Mechaniken ins Spiel integriert. Dies ist der immer besser möglichen Nutzung der Skriptsprache Lua zu verdanken, über die das Modden seit einigen Versionen hauptsächlich läuft. In einem der kommenden Releases soll auch das User-Interface komplett überarbeitet und vollständig über Lua erzeugt werden. Somit steht auch tiefgreifenden UI-Mods bald nichts mehr im Wege.
Ein weiteres Roguelike-Projekt ist in der Beta-Phase angelangt. Das wäre noch nichts weiter Verwunderliches, aber im Falle des Winner-Generated-Arcade-Roguelikes Mercury hat es das Genre wahrlich mit einem experimentellen Vertreter zu tun. Natürlich handelt es sich hier grundlegend um einen klassischen taktischen Dungeon-Crawler, allerdings wird der Fokus auf simples Gameplay mit Punktzahl-lastigem Arcade-Feeling gelegt. Auch dies kommt in der verkopften und vor übermäßig aufgeblähten Projekten strotzenden Szene hin und wieder vor, jedoch geht Mercury einen großen Schritt in Richtung Community. Nach jedem sogenannte “Zyklus” werden die besten Spieler belohnt, indem sie per Editor ein Item/Monster oder gar eine ganze Charakterklasse erstellen dürfen, das im nächsten Zyklus ebenfalls Teil des Spiels wird. So soll mit der Zeit das Spiel gefüllt werden, daher die Bezeichnung “Winner-Generated”. Auch ein “Chaos-Modus”, in dem sämtliche Spieler Inhalte kreieren dürfen und dann (à la Binding of Isaac) eine Stichprobe der vorhandenen Elemente für jedes individuelle Spiel ausgewählt wird, ist bereits in naher Zukunft geplant. Ein wirklich interessantes Konzept, bei dem es spannend zu beobachten sein wird, ob die Community das Spiel wirklich nach ihren Vorstellungen zu etwas Großartigem formen oder ob Mercury unter der Vielzahl der verschiedenen Ideen ersticken wird.