Push the Lane auf Kickstarter

April 25, 2017

Keith Burgun sammelt Geld für ein neues Projekt auf Kickstarter: Push the Lane ist eine innovative Mischung aus Roguelike, MOBA und Puzzlespiel. Und darüber hinaus natürlich ein schönes Beispiel angewandter Game-Design-Theorie.

Definitiv anschauen! Gegebenenfalls unterstützen und/oder teilen!


Card Thief: Review

März 20, 2017

Mit Card Thief hat das Berliner Mobile-Studio TiNYTOUCHTALES zwei Jahre nach Card Crawl einen weiteren Volltreffer gelandet.

Das Spiel gibt es ab sofort im iOS App Store.

Mein Review steht drüben bei der AppGemeinde.

Viel Spaß!


Intuitive Entscheidungen

Juni 4, 2016
DualProcessTheory

Darstellung aus: Behaviour Design von Ash Donaldson

Die oben verbildlichte Zwei-Prozess-Theorie des Denkens unterscheidet zwischen dem schnellen, auf Intuition basierenden „System 1“, das für beinahe automatische Reaktionen „aus dem Bauch heraus“ zuständig ist; sowie dem langsamen, sehr viel bewussteren und planvollen „System 2“, in dessen Rahmen wohldurchdachte Entscheidungen getroffen werden. Aus spielerischer Sicht erscheint es auf den ersten Blick sinnvoll, Action- und Geschicklichkeitsspiele eher ersterem, Strategie und Taktik eher zweiterem System zuzuordnen.

Allerdings handelt es sich bei reinen „System-2-Spielen“ vielmehr um statische und nicht zeitkritische Puzzles, die tatsächlich ein vollständiges Durchdenken der Situation bis hin zur vollständigen Lösung – der „mathematisch korrekten“ Antwort – ermöglichen. Von strategischen Entscheidungen geprägte Spiele sollen genau dies wiederum nicht tun. Stattdessen soll sich der Spieler in ihnen auf seine Intuition verlassen müssen, die durch grobe, allerdings durchaus bewusst geformte Argumente angeleitet wird. Langfristig steht dabei die Ausbildung und Verfeinerung ungefährer Faustregeln im Mittelpunkt. Ideal erscheint also eine Mischung beider Arten des Denkens: planvolle Intuition und erfahrungsbasiertes Entscheiden.

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Auro: Kickstarter und Greenlight

Juni 4, 2015

AuroQUESTS

Der vor etwa einem halben Jahr für Android sowie iOS erschienene taktische Dungeon-Crawler Auro: A Monster-Bumping Adventure (User-Test auf GamersGlobal) soll um einen komplett neuen „Quest“-Modus erweitert werden. Dem bisher im Fokus stehenden „Play“-Modus, der in erster Linie darauf ausgelegt war, eine stets faire und dem Können des Spielers angepasste Herausforderung zu generieren, soll somit eine storygetriebene und rollenspielartige Alternative mit von Durchgang zu Durchgang deutlich variableren Inhalten zur Seite gestellt werden. Als Inspirationsquellen werden die dynamischen Kampagnen von FTL oder Desktop Dungeons erwähnt.

Zur Finanzierung dieser sowie diverser weiterer Neuerungen, die übrigens auch der bereits in Arbeit befindlichen PC-Version zukommen würden, wurde nun eine Kickstarter-Kampagne gestartet. Neben Versionen des Spiels für alle möglichen Plattformen lassen sich als Belohnungen für die Unterstützung auch T-Shirts und Pixelkunst-Bücher erstehen. Die teuersten Stufen erlauben es sogar, am Design neuer Items, Monster und spielbarer Charaktere mitzuwirken.

Die unabhängig vom Ausgang der Kampagne geplante PC-Version soll idealerweise natürlich auf Steam erscheinen. Damit dies gelingt darf ab sofort auf Greenlight abgestimmt werden.

Unterstützen lohnt sich!


Ludomedia #7

Oktober 28, 2014

Ludomedia

Lesens-, hörens- und sehenswerte Fundstücke aus der Welt der Spiele.

Aktuelles

Game Design Friday: Gunpoint

  • Ludite Sam spielt im Rahmen seines wöchentlichen Game-Design-Kommentars den Stealth-Puzzler Gunpoint durch und stößt dabei auf einige interessante Aspekte. Selten führte sich ein Spiel derart klar selbst ad absurdum. Das offensichtlichste Beispiel: Gute Ansätze, wie das in Puzzles jeder Art immer sinnvolle unbegrenzte und beliebige „Undo“-Feature, werden wenig später durch eine Unverwundbarkeitsweste zunichte gemacht. Sehenswert!

Go in the New World

  • Frank Lantz geht in seinem Vortrag auf die Gemeinsamkeiten zwischen Go, Fußball und zahlreichen modernen E-Sport-Spielen ein. Sie alle seien primär auf das kreative Denken und die langfristige kompetitive beziehungsweise strategische Robustheit ausgerichtet. Zuletzt wird sogar über die Möglichkeit spekuliert, Go auf ebenso großen Wettbewerbsbühnen wie beispielsweise League of Legends zu inszenieren.

If you’re Playing Games, you’re Already Training your Brain

  • Yannis Patras erläutert, warum Spiele effektiv unser Gehirn trainieren. Leider kratzt der Mini-Artikel dabei nur an der Oberfläche und lässt sich auf einige fragwürdige Äußerungen ein. So sei beispielsweise unter anderem eine „Storyline“ in der Lage, Spielen tausende Stunden an Wiederspielwert zu verleihen, wo doch in Wirklichkeit genau das Gegenteil der Fall ist. Dennoch ist die schon im Titel enthaltene Grundthese vollkommen korrekt und relevant.

Randomness and Game Design

  • Keith Burgun erläutert, warum Strategiespiele deterministisch ablaufen und auf Ausgabe-Zufall verzichten sollten. Er zieht dazu neben dem jedem Gameplay innewohnenden Lernzyklus und der Verfälschung des Feedback-Schritts durch Glücksabhängigkeit auch die Idee der „effektiven Komplexität“ heran: In deterministischen Spielen wirkt sich jede Aktion der Spieler kausal – und nicht bloß chronologisch – auf die nächste und damit auf den aktuellen Spielzustand aus. Somit kann die maximale Anzahl einzigartiger Spielverläufe entstehen, während in zufallslastigen Spielen viele Ereignisse vom Chaos bestimmt sind und daher gar keine Strategie um diese herum aufgebaut werden kann.

Ubisoft’s double bill of delusion

  • John Bain stellt klar, dass Ubisofts Befürwortung von 30 statt 60 Frames pro Sekunde (Stichwort: „cinematic feel“) nichts als Marketing ist. Spiele sind keine Filme. Der Spieler nimmt direkt Einfluss auf die angezeigten Komponenten. Daher spielen sich 60 FPS immer und objektiv besser als 30. Verrückte Idee: Vielleicht sollte es bei Spielen eher um Spielgefühl als Filmgefühl gehen?

Aus dem Archiv

Innovation in game design

  • Richard Bartle, Mit-Autor des allerersten Multi-User-Dungeons (MUD), geht in seinem fast zweistündigen Vortrag gleich auf mehreere fundamentale Fragen ein: Was sind Spiele? Welche Eigenschaften zeichnen sie im Kern aus? Was ist Gameplay? Welche Rolle kommt in der Entstehung dem Game-Design zu? Woran erkennt man einen Game-Designer im Alltag? Dem Design schreibt er dann letztlich auch die primären Innovationsmöglichkeiten in Spielen zu und stellt dabei interessante Vergleiche mit der Filmindustrie und anderen Sparten an.

In aller Kürze

  • Keith Burgun zum Sinn der Idee des idealen Game-Designs: „Issue #1 is understanding good game design principles. That’s something that we all just need to do. Once we understand them, we’re free to break them – consciously – for a good reason.“

Kurze Dreifachempfehlung

Oktober 23, 2014

Ist die Spielgattung der Entscheidungswettbewerbe tatsächlich langsam aber sicher auf dem Vormarsch? Zumindest das zuletzt immer häufigere Auftauchen digitaler Originale aus diesem Genre könnte darauf hindeuten. Nicht länger sind passionierte Strategen auf größtenteils iOS-exklusive Brettspielumsetzungen angewiesen, um den Durst nach durchweg gutem Gameplay zu stillen. Beweise gefällig?

AerenaAerena: Schon seit Mitte des Jahres ist dieses „Free-to-play“-Taktikspiel auf Steam verfügbar. Seither wurden unzählige Balancing-Probleme behoben, die Menüs sind deutlich gradliniger geworden und die Kampfanimationen laufen erfreulicherweise um ein Vielfaches schneller ab. Aerena hat sich somit mit seinem Hearthstone-artigen Online-Rankingsystem und einer treuen Spielerschaft zu einem grundsoliden Titel für Rundenstrategen gemausert. Natürlich nervt das Geschäftsmodell. Für sich definitiv lohnende und verglichen mit den meisten anderen F2P-Games sehr günstige 30-40€ sind jedoch beinahe alle Inhalte sofort zu erstehen, ganz ohne „Grind“. (Link)

AuroAuro: Nach mittlerweile fast 2 Jahren intensiven Spielens kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es sich hier meines Erachtens um das beste Single-Player-Spiel aller Zeiten handelt. Die Vielfalt der taktischen Möglichkeiten ist enorm, die Variation der Herausforderungen praktisch unendlich. Dazu lässt sich eine volle Partie in durchschnittlich 10 Minuten spielen, verschwendet dabei kaum eine Runde und der dynamische Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass die Siegquote sich stets um 50 % bewegt (Stichwort: „Flow“). Bis auf ein paar kleine Bugs, die jedoch seit Android-Relase durch sehr  regelmäßige Updates bekämpft werden, macht Auro alles richtig. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Versionen für iOS und  PC möglichst bald erscheinen! (Link)

PrismataGuidePrismata: Das selbsternannte „rundenbasierte Starcraft ohne Map“ befindet sich zur Zeit in der geschlossenen Betaphase. Für einen Key kann sich unter anderem im hauseigenen Subreddit, während der regelmäßigen Live-Streams der Entwickler sowie durch eine Newsletter-Anmeldung beworben werden. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Mischung aus Schach (es gibt keinen Zufall und kein Glück, dafür perfekte und offene Information), Dominion (jede Partie enthält andere Einheiten und fordert die Anpassungsfähigkeit der Spieler), Magic: The Gathering (Ressourcen müssen effizient genutzt werden, um Einheiten ins Spiel zu bringen) und eben Starcraft (das Triumvirat aus Ökonomie, Technologie und Krieg steht im Fokus). Die Partien sind kurz, die Spieltiefe gigantisch. Mittlerweile zehntausende Interessenten lassen zudem auf eines der spannendsten E-Sports-Phänomene unserer Zeit hoffen. (Link)

So darf es gerne weitergehen! 🙂


Ludite Sam rezensiert Auro

Oktober 5, 2014

I want to talk to you about a game where what you do is actually unlike anything else I’ve ever played.

In seiner ausführlichen Analyse des kürzlich für Android erschienenen (bald auch für iOS und PC kommenden) Auro: A Monster-Bumping Adventure geht Ludite Sam auf alle wichtigen Game-Design-Errungenschaften des taktischen Dungeon-Crawlers ein. Der enorm starke Kernmechanismus des „Bumping“ und dessen Verknüpfung zu jedem einzelnen Spielelement wird – unter dem von Lead-Designer Keith Burgun geprägten Begriff des „Clockwork Design“ – ebenso hervorgehoben wie das innovative und durchdachte Scoring-System, das dafür sorgt, dass die spektakulärsten und interessantesten Züge auch stets die spielmechanisch optimalsten sind. Zudem wird die Einzigartigkeit Auros als ernsthaft „kompetitives Single-Player-Spiel“ hervorgehoben. Als solches funktioniert es schließlich nur dank eines Elo-artigen Ranking-Systems, das den Schwierigkeitsgrad stets an die Fähigkeiten des jeweiligen Spielers anpasst.

Wer mehr Details will, sollte unbedingt reinlesen!

In a way, Auro is like a statement: „This is what video games could be.“


Ein goldenes Zeitalter der Strategie?

September 9, 2014

FrankLantz

Auf der Game Developers Conference 2005 hielt Frank Lantz, Leiter des Game Centers der New York University und Game-Design-Vordenker, eine Wutrede über den Irrglauben, dass die totale Simulation und Immersion der nächste glorreiche Schritt in der Zukunft des Game-Designs sei. Im Anschluss eine leicht gekürzte Übersetzung, gefolgt von einer Betrachtung der aktuellen Relevanz.

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Ludomedia #4

September 2, 2014

Ludomedia

Lesens-, hörens- und sehenswerte Fundstücke aus der Welt der Spiele.

Aktuelles

 A declaration of personal game design views and ideals

  • Rodney Emerson listet einige wertvolle Design-Prinzipien auf. Unter anderem schreibt er von der Notwendigkeit, jede Sekunde, die der Spieler investiert, so wertvoll wie möglich zu gestalten und mit bedeutsamen Entscheidungen zu füllen. Darüber hinaus sei das Streben vieler Spiele, Geschichten zu erzählen, wie es Bücher oder Filme tun, eine Beleidigung dessen, was Spiele eigentlich sind. Auch manipulativen Psychotricks wird eine klare Absage erteilt.

Leveling Systems Part Two: Where We Could Go From Here

  • Ludite Sam sammelt die Überreste der RPG-„Best Practices“ ein, die er im ersten Teil seines Artikels bereits stellenweise vernichtend kritisiert hat. Nachdem er anhand einiger Beispiele zeigt, was mit – im weiteren Sinne – Rollenspielen möglich wäre, wenn es denn darum ginge, gutes Gameplay abzuliefern, räumt er danach mit einigen scheinbaren Design-Standards auf. Brauchen wir Levels? Ist es sinnvoll, in Spielen Geschichten zu erzählen? Ist es möglich, mehrere Design-Grundansätze zugleich zu befriedigen? Kann gutes Gameplay trivial einfach sein oder muss es dem Spieler stets einen gewissen Aufwand abverlangen? Lesen lohnt!

Separating Gameplay from Art

  • YouTuber brutalcumpowder stellt klar, dass das Gameplay bei der Bewertung von Spielen als Kunst stets von zentraler Bedeutung ist. Es sei die primäre Form des künstlerischen Ausdrucks in Spielen, das alleinige Merkmal, das diese von allen anderen Medien unterscheide und dürfe daher nicht – wie es heute in unzähligen Reviews der Fall ist – als Nebensache abgetan werden.

The Big Difference Between Amateur Designers and Good Ones

  • Dan Felder stellt eine interessante Beobachtung vor: Viele Designer definieren sich über das Hinzufügen von Features zu bekannten Konzepten. In der Regel führt dies zu wenig eleganten und hoffnungslos überfüllten Systemen. Andere Designer – insbesondere von Brettspielen – definieren sich jedoch ganz im Gegenteil durch den Fokus, durch das Herausstreichen unnötiger Bestandteile. Dies seien die wahren Könner.

The English Premier League Starts Today; Here’s One Reason To Watch

  • Nate Silver philosophiert über die künstlerische Bedeutsamkeit von Eleganz und Effizienz. Am Beispiel Fußball!

Aus dem Archiv

Strategy Games Are Broken

  • Jon Shafer prangerte letztes Jahr einige zentrale Probleme moderner Strategiespiele an, die es schnellstmöglich zu beheben gilt: Fehlende Regelklarheit, das Herunterbrechen zum lösbaren Puzzle, viel zu lange Partien und die Konzentration auf thematische Elemente statt strategischer Tiefe.

Spiel des Monats August 2014

August 31, 2014

Catchup

Catchup

von Martin Grider

für iOS

auf iTunes


Mögliche Reaktion: Das ist ja so abstrakt, da geht’s ja „um nichts“.

Antwort: Ganz richtig. Es gibt an einem abstrakten Strategiespiel nichts Fesselndes bis auf das Regelwerk selbst. Wer keinen sehr großen Wert auf das eigentliche Gameplay legt, der wird hier nichts von langfristigem Wert finden. Ich persönlich interessiere mich beinahe ausschließlich für das Gameplay, wenn ich Spiele spiele. Deshalb habe ich kein Problem mit abstrakten Titeln – wenn sie natürlich gut sind. Die Spielmechanik ist nicht besser oder schlechter, nur weil es sich um ein abstraktes Spiel handelt. Es gibt jedoch eine Korrelation: Viele Designer abstrakter Titel legen sehr viel Wert auf ihr Regelwerk, auf Eleganz und Spieltiefe. Das müssen sie auch, denn sonst gibt es ja nichts an ihrem Werk zu bewundern. Deshalb sind viele abstrakte Spiele den meisten ihrer stark thematischen Gegenstücke meilenweit voraus in Sachen Gameplay und Design. Dennoch würde Catchup natürlich auch mir mit einem coolen Thema versehen noch mehr Freude bereiten. Warum auch nicht?