Ja, der Roguelike Report ist endlich zurück! Hier ein Überblick der wichtigsten Meldungen, die die Roguelike-Gemeinde in der vergangenen Zeit interessiert haben könnten.
Ganz zombie-getreu ist das apokalyptische Roguelike – kurz nachdem Entwickler Whales seine Arbeit am Spiel endgültig eingestellt hat – von den Toten auferstanden. Mit Hilfe diverser engagierter Community-Mitglieder führt The Darkling Wolf das Projekt unter dem Namen “Dark Days Ahead” fort. Es sind bereits diverse neue Features in regelmäßigen Releases hinzugekommen: Changelogs.
Nachdem es aufgrund von Problenen mit dem Grafik-Backbone mehrere Monate lang still um das Kickstarter-Mammutprojekt geworden war, meldet sich Davig Hagar nun mit Macht zurück und präsentiert beeindruckende Screenshots von Landschaftsgrafik und komplett überarbeitetem User-Interface. In Kürze soll sich wieder dem Kern der Spielmechanik gewidmet werden, woraufhin wieder regelmäßig Releases – zunächst natürlich eher von Sandbox-Natur – erfolgen dürften.
Seit Wochen posten die Dredmor-Jungs regelmäßig Berichte über die Entwicklung ihres hochambitionierten neuen Projekts: dem “Dwarf-Fortress-Killer” (naja, wohl nicht) Clockwork Empires. Selten konnte man so detailliert die Entstehung eines derart komplexen Spiels verfolgen. Sehr lesenswert!
Eigentlich ist der Begriff “Casual-Roguelike” ein Oxymoron. Das kürzlich auf iOS – und zuvor bereits für Android und PC – erschienene Dungelot kommt dieser Unmöglichkeit jedoch erschreckend nahe. Auf der offiziellen Seite darf der App-Charts-Stürmer übrigens kostenlos im Browser ausprobiert werden.
Die treibende Kraft hinter The Binding Of Isaac hat endlich erste Informationen zu seinem neuen Projekt rausgerückt. Bei Mew-Genics wird es sich demnach um einen “Cat-Lady-Simulator” irgendwo zwischen Pokemon, Animal Crossing, The Sims und einem Tamagotchi handeln. Wie sehr das nun die Roguelike-Fans interessiert, wird sich zeigen. Wie man McMillen kennt, wird er das Konzept jedoch sicher mit zahlreichen verrückten Ideen – evtl. gar Katzen-Permadeath? – anreichern.
Das mehrfache Roguelike-Of-The-Year ist ganz offiziell fertig und liegt in Version 1.0 zum Download bereit – ein wahrhaft seltenes Ereignis in diesem Genre. Dann kann das grüne Licht ja kommen… oder?
Seit der neuen Version 3.16 ist das Open-World-Survival-RPG offiziell Free- bzw. Donationware. Damit gibt es keine Ausreden mehr, sich nicht umgehend im altertümlichen Finnland zu verlieren.
Sonstiges
Unmengen neuer Releases (darunter auch Größen wie ADOM oder Brogue) sind wie immer auf RogueBasin zu finden. Auch das Roguelike Radio ist aktiv wie eh und je. Ebenfalls einen Blick wert ist die neue RogueBase, die News von allerlei Blogs miteinander kombiniert.
Vor einiger Zeit tauchte Fabula Divina mehr oder weniger aus dem nichts auf und schickte sich an, die Herzen von Fans guter alter Rollenspiele der Marke Ultima im Sturm zu erobern. Natürlich waren die ersten Alpha-Testversionen noch recht fehlerbehaftet und unfertig, es war aber bereits großes Potenzial zu erkennen. In den letzten Wochen und Monaten wurde ausgiebig am Spiel gearbeitet und es hat sich einiges getan. So wurde unter anderem das Interface generalüberholt, das Roguelike-Kampfsystem komplett durch eines im Final-Fantasy-Stil ersetzt sowie eine komplett neue Welt inklusive einer ersten Storyline zusammengebastelt. Mittlerweile steht Version 0.32 zum kostenlosen Download bereit.
Die 42 ist eine gute Zahl für den Wandel: Eine ganze Weile ist es schon her seit dem letzten Report. Dies liegt einerseits daran, dass nicht wahnsinnig viel in der Roguelike-Welt passiert ist und andererseits daran, dass wirklich interessante Meldungen ab sofort auch gerne mal in eigene Artikel ausgelagert werden (siehe die Meldungen bzgl. des ADOM-Crowdfunding-Erfolges). Hier dennoch eine kleine Zusammenstellungen kürzlicher Ereignisse.
Vor wenigen Tagen erschien offiziell eine neue Version von AliensRL. Demnächst soll das Update zu DiabloRL kommen, das von den foreninternen Betatestern bereits unter die Lupe genommen wird. Damit macht man im Hause ChaosForge die Drohung wahr, neben dem Zugpferd DoomRL auch für alle anderen der eigenen Spiele in diesem Jahr umfangreiche Updates zu releasen. Sehr schön!
Die Dungeons-Of-Dredmor-Macher haben ihr nächstes Werk angekündigt: Clockwork Empires. Dabei soll es sich um ein Dwarf-Fortress-artiges Stadt-Simulations- und Managementspiel mit Steam-Punk-Einschlag handeln. Im Gegensatz zur Zwergenfestung allerdings mit hübscher Grafik und komfortabler Steuerung. Klingt wie ein wahrgewordener Traum, oder? Nach und nach sickern weitere Infos durch und man darf gespannt sein, wie es um die Kanadier und ihr vermeintliches Mammutprojekt weitergeht.
Bei Steams neuem User-Voten-Spiele-Service treten natürlich auch zahlreiche Roguelike-Projekte an, um möglicherweise in Zukunft einmal auf Valves digitaler Vertriebsplattform zu landen. Einige interessante Roguelikes und Roguelike-Likes sind in dieser Liste zu finden und dürften einen Klick als Unterstützung wert sein.
Releases
Sämtliche Updates und Releases des Genres sind mittlerweile äußerst umfassend bei RogueBasin zu finden.
Was ein Spiel ist, weiß doch eigentlich jeder… oder? Nun, besonders in der Welt der (Singleplayer-)Video-“Spiele” ist dieses Wissen aber seit vielen Jahren in gefährliche Vergessenheit geraten. Warum das Wiederentdecken des “Spiels” als solches möglicherweise wichtig sein könnte, werde ich im Folgenden versuchen zu erläutern.
Mit einem Namen in bester Rhapsody-of-Fire-Manier präsentieren Gaslamp Games eine neue Erweiterung zu ihrem Roguelike-Überraschungshit: Conquest of the Wizardlands.
Die Highlights der neuen Features umfassen u.a. eine erweiterte Pocket Dimension, die durch Patch 1.1.1 zwar auch als zusätzlicher Lagerplatz ins Grundspiel integriert wurde, hier aber größer ausfällt und sich vom Spieler persistent dekorieren lässt. Hiermit kommt also ein trotz Permadeath beständiger Fortschrittsfaktor ins Spiel. Des Weiteren lassen sich Items nun mit Edelsteinen bestücken und somit verbessern. Natürlich gibt es auch wieder neue Gegner, Gegenstände und Skills zu entdecken sowie eine komplett neue Spielregion: Die Diggle-Hölle! Für 3€ auf Steam ist der geneigte Dredmor-Fan dabei.
Doch auch für Spieler des Grundproduktes bzw. der bisherigen Addons tut sich mit Patch 1.1.1 einiges. Zwei neue Skills für den Umgang mit Messern und Stangenwaffen – zwei völlig neue Waffenkategorien – kommen ins Spiel, Minibosse durchstreifen die Dungeon-Ebenen und eine abgespeckte Pocket Dimension ist wie gesagt ebenso integriert. Dazu kommen zahlreiche Bugfixes und Performance-Tweaks, wie dem vollständigen Changelog zu entnehmen ist.
Ein weiteres Roguelike-Projekt ist in der Beta-Phase angelangt. Das wäre noch nichts weiter Verwunderliches, aber im Falle des Winner-Generated-Arcade-Roguelikes Mercury hat es das Genre wahrlich mit einem experimentellen Vertreter zu tun. Natürlich handelt es sich hier grundlegend um einen klassischen taktischen Dungeon-Crawler, allerdings wird der Fokus auf simples Gameplay mit Punktzahl-lastigem Arcade-Feeling gelegt. Auch dies kommt in der verkopften und vor übermäßig aufgeblähten Projekten strotzenden Szene hin und wieder vor, jedoch geht Mercury einen großen Schritt in Richtung Community. Nach jedem sogenannte “Zyklus” werden die besten Spieler belohnt, indem sie per Editor ein Item/Monster oder gar eine ganze Charakterklasse erstellen dürfen, das im nächsten Zyklus ebenfalls Teil des Spiels wird. So soll mit der Zeit das Spiel gefüllt werden, daher die Bezeichnung “Winner-Generated”. Auch ein “Chaos-Modus”, in dem sämtliche Spieler Inhalte kreieren dürfen und dann (à la Binding of Isaac) eine Stichprobe der vorhandenen Elemente für jedes individuelle Spiel ausgewählt wird, ist bereits in naher Zukunft geplant. Ein wirklich interessantes Konzept, bei dem es spannend zu beobachten sein wird, ob die Community das Spiel wirklich nach ihren Vorstellungen zu etwas Großartigem formen oder ob Mercury unter der Vielzahl der verschiedenen Ideen ersticken wird.
Mit dem neuen Content-Update und den selbstverständlich darauffolgenden Bugfix-Releases bewegen sich nun NPCs durch die Zombie-verseuchte Welt von Cataclysm. Passend dazu gibt es haufenweise neue Dialoge, die ihr mit diesen führen könnt, sowie die Möglichkeit, sich von ihnen ausbilden zu lassen. Beispielsweise im Bereich der neuen Nahkampf-Skills: Viele verschiedene Martial-Arts-Stile haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Darüber hinaus gibt es nun auch dank der Adaption von Germour’s Mod auch Fahrzeuge. Den Großteil der Changelist machen jedoch wieder unzählige Tweaks an vorhandenen Mechaniken und behobene Fehler aus. Wahrlich gigantisch, was der gute Whales in zwei Monaten seit dem letzten Release alles geschafft hat. Die kürzlich erschienene Tileset-Support-Mod von Gremour bzw. das passende Tileset von Deon sollen in Kürze mit der neuen Version kompatibel gemacht werden.
Das ambitionierte Mammutprojekt geisterte seit über einem Jahr durch Bay-12-Forum und Co. Nun ist mit Version 0.1.0 endlich eine erste Alpha erschienen. Es können bereits fertige Welten generiert und auf der Suche nach Ausrüstung durchstreift, -klettert und -schwommen werden. Auch diverse Feinde begegnen dem Spieler bereits auf seinen Wegen. Natürlich gibt es noch eine Reihe von Bugs und zahlreiche fehlende Features, aber Potential ist allemal vorhanden.
Richtig, dies ist keine News zum aktuell in Entwicklung befindlichen ADOM II, sondern zu dessen Vorgänger, der seit mittlerweile acht Jahren keinen neuen Release bekommen hat. Für den Zeitaufwand – und wohl auch die Qual -, sich mit jahrelang unberührtem und unübersichtlichen Code auseinanderzusetzen, möchten Thomas Biskup und Co. in naher Zukunft eine Crowdfunding-Kampagne starten (erstes Ziel: 60000$). Ist diese erfolgreich wird es eine neue Version (1.2.0) von ADOM geben, die stabil auf allen gängigen Systemen (inkl. MacOS und iOS) laufen, von Bugs befreit, besser ausbalanciert, mit einem neuen User-Interface versehen und um einige Inhalte erweitert sein soll.
Die im Rahmen des Erreichens des Kickstarter-Ziels (und bereits diverser Stretch-Goals) zusammengebastelte Tech-Demo steht zum kostenlosen Download bereit. Es handelt sich um eine Vorabversion, die in den nächsten Tagen noch feingeschliffen (sofern das bei einer Tech-Demo eben möglich ist) werden soll (ein erster Patch auf 0.31 ist bereits erschienen). Zu bewundern gibt es schon jetzt die neue Welten-Generation inklusive der Möglichkeit, sich durch die Welt zu bewegen und auch einzelne Regionen in detaillierteren Map-Ausschnitten zu besuchen. Auch das Inventar- und Konstruktions-System ist bereits eingebaut und darf beliebig getestet werden (Materialanforderungen kommen erst in Kürze dazu).
Version 0.6.5 des GTA-inspirierten Roguelikes bringt ein Feature mit sich, welches für die meisten Fantasy-Genrevertreter unverzichtbar ist: Dungeons! Konnte man sich bisher im Spiel nur in der gigantischen Stadt bewegen, so gibt es nun auch ein erstes verwinkeltes Gewölbe zu erkunden. Natürlich wird wie von GRA gewohnt auch gleich ein Dungeon-Editor für alle Modding-Freunde mitgeliefert. Weitere Änderungen umfassen unter anderem Performance-Verbesserungen, diverse Bugfixes und auch neue Items und Waffen.
Nach der offiziellen Erweiterung “Realm of the Diggle God” und dem Mod-Paket “You Have to Name the Expansion” kommt nun in Kürze ein neues 3-Euro-Addon: Conquest of the Wizardlands. Ein komplett neues Gebiet (die Wizardlands) erwartet die Spieler. Daneben kommt eine zusätzliche Crafting-Disziplin (Encrusting) ins Spiel sowie natürlich wieder haufenweise Räume, Skills und Items. Bereits in Kürze wird das Addon erhältlich sein.
Nachdem das Newsportal Planet Roguelike seit einer Weile wieder stabil zu laufen scheint, gibt es nun Konkurrenz bzw. eine zusätzliche Informationsquelle: Roguebase öffnet seine Pforten und versteht sich als Zusammentragung aller möglichen Feeds rund um das Genre in hübschem Design. Je mehr, desto besser! 🙂
In der neuesten Episode des Roguelike-Podcasts werden Themen rund um die International Roguelike Developer Conference, die vor wenigen Wochen in London stattfand, behandelt. U.a. werden noch einmal die Präsentationen der verschiedenen Entwickler ins Gedächtnis gerufen. Reinhören lohnt sich – wie eigentlich immer!
Das in einem der letzten Reports erwähnte und äußerst vielversprechende Mammutprojekt von einem Roguelike “Cult: Awakening of the Old Ones” hat nun eine eigene Kickstarter-Kampagne. Wer die Möglichkeit hat, Projekte bei Kickstarter zu unterstützen (was aufgrund der US-Fokussierung der Seite nicht ganz einfach ist), sollte sich das Vorstellungsvideo anschauen, das definitiv Lust auf mehr macht.
Seit kurzer Zeit ist die kostenlose Erweiterung “You Have To Name The Expansion Pack” für Dungeons of Dredmor verfügbar. Neben zahlreichen Balancing-Verbesserungen und Anpassungen der altbekannten Skills gibt es auch 29 völlig neue in vier neuen Skill-Kategorien. Außerdem fügt das Addon mehr als 100 neue Räume, 20 Monster, 30 Crafting-Rezepte und 47 neue Items hinzu. Und das alles völlig kostenlos!
Parallel dazu ist außerdem der Steam Workshop zum Spiel nun verfügbar. D.h. Mods können nun sehr viel einfacher herunter- bzw. hochgeladen und anschließend im Launcher einfach (de-)aktiviert werden. Nicht zuletzt wird das Spiel inklusive dem ersten Addon “Realm of the Diggle Gods” im Rahmen der Expansion um 70% reduziert (also keine Ausreden mehr, sondern kaufen!) und Patch 1.0.11 aufgespielt, der endlich auch die letzten noch vorhandenen größeren Fehler beheben sollte.
Für alle alten Fans und neuen Interessierten heißt es also jetzt: Auf nach Dredmor!
Die Vortragsfolien der gehaltenen Präsentationen bei der diesjährigen “Roguelike Development Conference” in London wurden hochgeladen. Audio- und Video-Mitschnitte sollen noch kommen!