Ein goldenes Zeitalter der Strategie?

September 9, 2014

FrankLantz

Auf der Game Developers Conference 2005 hielt Frank Lantz, Leiter des Game Centers der New York University und Game-Design-Vordenker, eine Wutrede über den Irrglauben, dass die totale Simulation und Immersion der nächste glorreiche Schritt in der Zukunft des Game-Designs sei. Im Anschluss eine leicht gekürzte Übersetzung, gefolgt von einer Betrachtung der aktuellen Relevanz.

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Unsicherheit in Spielen

August 24, 2014

LittleSisterCut

Im alltäglichen Leben ist Unsicherheit nicht sonderlich gern gesehen. Im Gegenteil: Wir wollen uns bei allem, das wir tun, zweifelsfrei sicher sein, dass es auch zum gewünschten Ergebnis führen wird. Beim Spielen sieht das jedoch gänzlich anders aus. Bei absoluter Sicherheit, wenn es nichts mehr zu entdecken oder herauszufinden gibt, ist das Weiterspielen für uns in aller Regel vollkommen uninteressant. Während wir im echten Leben stets nach Sicherheit streben, ist diese somit der Tod eines jeden Spiels. Deshalb ist es für Game-Designer und -Analytiker von größter Wichtigkeit, Mittel zur Erzeugung von Unsicherheit zu kennen und zu verstehen. Im folgenden Artikel sollen – unter anderem basierend auf “Uncertainty in Games” von Greg Costikyan – einige solche vorgestellt werden. Zudem wird auch darauf eingegangen, was schon im Ansatz alles schief gehen kann.

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Watch_Dogs: RPS schreibt Klartext

May 27, 2014

Heute erscheint mit Watch_Dogs das wohl meißterwartete AAA-Game des Jahres. Der Hypeaufbau bis zum heutigen Tag war unermesslich. Stündlich wurden neue Informationen und Videoschnipsel “geleakt”. Selbstverständlich dominiert der Titel bereits seit Längerem die (Vor-)Verkaufscharts bei Steam. Nun darf die Presse also rezensieren.

Graham Smith von Rock, Paper, Shotgun findet dabei erstaunlich klare und ehrliche Worte. Schon der erste Absatz seines Reviews ist ein wahres Feuerwerk der kritischen Analogien, mit denen er nicht nur Ubisofts neuste “Offenbarung” abwatscht, sondern 90 % aller sogenannten “Sandbox-Spiele” gleich mit:

Eines Tages wirst du dir eine große Packung mit mehreren kleinen Tüten unterschiedlicher Sorten Kartoffelchips kaufen. Vielleicht, weil du auf eine Party gehst, vielleicht weil du Geld sparen musst. Die enthaltenen Geschmacksrichtungen werden dich nicht sonderlich ansprechen, jeder Bissen wird sich ein wenig zu weich und nicht wirklich frisch anfühlen und die einzelnen Tütchen werden zu 90 % aus Luft bestehen, aber immerhin wirst du Trost darin finden, eine große Auswahl zu haben.

Willkommen bei Watch_Dogs, dem neusten Videospiel von Ubisoft.

Großartig, nicht wahr? Nach einigen Absätzen der Spielbeschreibung kommt das Fazit aber mindestens genauso gut:

Die Stadt ist wunderschön. Ich genieße, Zeit in der offenen Welt zu verbringen. Die Architektur, die Details, die Musik im Radio, die nachgebauten Straßen, die Windeffekte, der Verkehr, die Fußgänger… all diese Kunst. Ist das nicht die magische 90-%-Wertung? Ist Watch-Unterstrich-Dogs zu teuer, um es zu hassen?

Dann erinnerte ich mich. Diese Dinge machen kein Spiel aus. Das Spiel besteht aus einer hakeligen Steuerung, die mich regelmäßig desaströse Dinge tun lässt, die ich gar nicht tun wollte; aus inkonsistentem interaktiven Welt-Design; aus einem Deckungssystem, das mich an Dekorationen hängen bleiben lässt oder falsch rät, wohin ich mich bewegen will. Das Spiel besteht aus “insta-fail”-Schleichmissionen, Wellenverteidigungs-Missionen, Begleitschutzmissionen, Missionen, in denen die Dialoge und die Ziele nicht zueinander passen. Das Spiel stürzte fünfmal ab, zweimal davon musste ich sogar neu booten, bevor es wieder lief. Das Spiel ist restriktiv und nutzt die Möglichkeiten der offenen Stadt und der Hacking-Mechanik nicht aus. Checkpoints zwingen mich dazu, mir Zwischensequenzen mehrfach anzusehen oder Routine-Sequenzen nach jedem Tod zu wiederholen.

Scheiß-Unterstrich-drauf!

In diesem Sinne: Vielen Dank, Herr Smith, für einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Es wird Zeit, dass die breite(!) Öffentlichkeit versteht, was Spiele ausmacht. Wie die Rezension korrekt feststellt, ist das definitiv nicht audiovisuelles Spektakel, sondern bedeutsame, tiefe und flüssige Interaktion. Soviel zu “Next Gen”.


Entscheidungswettbewerbe

February 24, 2014

Samurai

Bei “Entscheidungswettbewerben” handelt es sich um eine ganz bestimmte Form interaktiver Systeme, die strategische Raffinesse und den kreativen Umgang mit vielfältigen Herausforderungen in den Fokus rückt. Es sind prinzipiell unendlich wiederspielbare Systeme, die typischerweise im Partienformat gespielt werden. Damit unterscheiden sie sich fundamental von Spielen mit einer festen Story- oder Levelstruktur, die ganz explizit “durchgespielt” werden können (wie Mass Effect oder Super Mario), sowie von Spielen mit einem Fokus auf das Ansammeln persistent bestehender Ressourcen (wie Diablo oder World of Warcraft). In folgendem Artikel soll zunächst erläutert werden, was unter einem Entscheidungswettbewerb zu verstehen ist. Anschließend werden aus dieser Definition abzuleitende Qualitätskriterien erläutert sowie deren Ausprägung anhand besonders hervorhebenswerter Vertreter beispielhaft aufgezeigt.

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Neues Indie-Futter!

September 28, 2011

An der Indie-Games-Front gibt es dieser Tage mal wieder einige interessante Releases.

Da wäre zunächst das äußerst ambitionierte Projekt von Arcen Games namens A Valley Without Wind. Gigantische zufallsgenerierte Welten zum Erforschen, Siedlungen zum Ausbauen und Verteidigen, eine unbeschränkte Zahl an NPCs und Zivilisationsstufen, massenhaft Zauber und herstellbare Items und dazu nahezu tägliche Updates versprechen die Entwickler bereits in der ab sofort verfügbaren Betaversion ihres Sidescrolling-Sandbox-Adventures.
Nach einem recht ausführlichen Blick auf die kostenlose Demoversion muss ich sagen, dass das Spiel zwar äußerst interessant wirkt, allerdings auch noch ziemlich leer. Grundlegend sind die angepriesenen Prinzipien zwar vorhanden, jedoch hat man in nahezu allen Bereichen das Gefühl, dass hier noch viel mehr möglich wäre. Ob das bis zum vollen Release Anfang nächsten Jahres noch was wird? Ein Blick auf die Demo lohnt sich aber definitiv, wenn man interessiert an relativ originellen Spielideen ist. Diese ist nur dadurch eingeschränkt, dass Zivilisationen maximal Level 6 erreichen können. Ansonsten sind alle Features zugänglich.

Freunde von Klassikern wie “Dungeon Master” oder “Eye of the Beholder” könnten sich hingegen für Frayed Knights interessieren. Hinter der humoristischen Comic-Fassade verbirgt sich nämlich ein Ego-Perspektiven-RPG der ganz alten Schule aus dem Hause der Ein-Mann-Spieleschmiede Rampant Games. Das bedeutet auch: Rundenbasierte Kämpfe! Wo kriegt man das heutzutage schon noch? Hunderte Items und Dungeons zum Entdecken in über 30 Stunden Spielzeit verspricht die Feature-Liste. Daneben sollen die gesteuerten Helden in einem komplexen Skillsystem stark individualisierbar sein. Interessierten steht auch hier auf der offiziellen Seite eine kostenlose Demo zur Verfügung.

Zu guter Letzt ist vor wenigen Stunden der Action-RPG-Shooter-Mix mit Roguelike-Einschlag The Binding of Isaac bei Steam erschienen. Bisher gab es vom Spiel hauptsächlich abgedrehte Grafiken und einen ebenso verrückten Trailer zu sehen. Interessant klingt es aber allemal. Es kann also gut sein, dass es hier in Kürze Näheres dazu zu lesen gibt!

Bis dahin: Viel Spaß weiterhin in der Indie-Welt und hoffen wir auf “DAS” Project-Zomboid-Update nächste Woche! 😉

 

NACHTRAG: Vor wenigen Stunden ist das neue Humble Bundle erschienen, diesmal in Form des “Humble Frozen Synapse Bundle”. Dort bekommt ihr für einen von euch bestimmten Preis das klasse Taktikspiel Frozen Synapse, welches allein schon einige Euros wert ist. Zahlt ihr mehr als der Durchschnittskäufer (ca. 4 €), erhaltet ihr auch das vorherige Bundle, das “Humble Frozenbyte Bundle”, dazu. Dieses enthält neben dem umjubelten RPG-Platformer Trine auch noch Shadowgrounds, dessen Nachfolger Shadowgrounds: Survivor, Jack Claw und eine Vorbestellung für das kommende Jump-n-Run Splot.


Minecraft: Bewegte Bilder vom Adventure-Update

August 29, 2011

Das kommende Minecraft-Update auf Version 1.8 wird sehnlichst erwartet. Schließlich handelt es sich dabei um das sogenannte “Adventure-Update”, das einiges an inhaltlichen Neuerungen bringen soll: NPC-Dörfer, Dungeons, Boss-Monster und viele weitere Änderungen sind in Arbeit. Schaut man sich zudem die bisher veröffentlichten Bilder und Videos (soeben wurde eines von der Penny Arcade Expo veröffentlicht) an, scheint es auch ein Erfahrungssystem mit Skillpunkten wie von diversen Rollenspielen bekannt zu geben. So dürfte endlich etwas mehr “richtiges” Spiel in den gigantischen Sandkasten Minecraft kommen.